Ärzte und ihr soziales Gewissen
17. August 2009 von Healthman | Noch keine Kommentare
Der Deutschland-Debatte sind zwei Fälle bekannt geworden, die in ihrer Tendenz das Gesundheitswesen neu beurteilen lassen; es ist bekannt, dass Ärzte über Arzneimittel- Budgets verfügen, deren Verschreibungshöhe sie nicht sanktionslos übersteigen dürfen:
- „Die Arzneimittelausgaben sind von 14,23 Milliarden Euro im Jahr 1993 auf 29,23 Milliarden Euro 2008 gestiegen. Das sind 105,4 Prozent mehr”, schreibt BILD,
- „Das „Notwendige und Hinreichende” sollen wir aufschreiben, aber wie soll das gehen? Mit einem Budget von etwas über 40 Euro im Monat für einen Rentner kommen wir nicht weit. Wer unter Zuckerkrankheit und Hochdruck leidet, braucht oft schon Medizin für über 300 Euro im Quartal. Zurzeit „retten” uns die Jungen und Gesunden, die nur einen Rat wünschen. Mit ihrem Budget unterstützen wir die Kranken. Wenn aber junge Patienten Medikamente brauchen, sieht es ganz finster aus: Arzneimittel für nur 12 Euro im Monat darf ich dem verschreiben, der das Rentenalter noch nicht erreicht hat”, schreibt FOCUS über einen Artikel mit der Headline „Ärzte in Budgetnot”.
Diese hervorragende SPD, ehemalige Volkspartei, die von den Bürgern bald als Randgruppe oder Kleinpartei angesehen wird, namentlich Frau Schmidt, das ist die, die mit höchster politischer Sensibilität ihren Dienstwagen samt Fahrer nach Spanien in den Urlaub beorderte, damit sie sich zu möglicherweise künstlich inszenierten Gesprächen hätte fahren lassen können, diese SPD hat ein Gesundheitssystem geschaffen, welches vom sozialen Kahlschlag lebt. Welches auch davon lebt, dass die Arzneimittelhersteller und deren gesamte Kette der Versorgung unangetastet ein Leben in Saus und Braus führen: (Klick auf Grafik zur Vergrößerung)
Es ist ein sozialpolitischer Skandal, dass ein Gesundheitsministerium einer solchen Entwicklung tatenlos zusieht und den Hebel an der völlig falschen Stelle ansetzt: Verschreibungsbudgets der Ärzte.
Dass in ihrer Not auch Ärzte nicht zu sozialverträglichen Lösungen greifen, zeigen zwei Fälle auf, die der Deutschland-Debatte bekannt wurden:
Fall 1
Rentner – Grundsicherung – Medikamente verschrieben: unterschiedliche Ärzte verschrieben Medikamente, die vollständig von dem Rentner zu bezahlen waren, trotz erwiesener Rentnerarmut ( Grundsicherung ). Ärzte mehrfach auf die soziale Situation hingewiesen: erfolglos, man verschrieb weiter selbst zu zahlende teure Medikamente ( 33 Euro/Packung ).
Fall 2
Hartz IV- Patient – Medikamente verschrieben: Arzt verschreibt ein Medikament, das vollständig von dem Hartz IV- Patienten zu bezahlen war, trotz erwiesener Armut (Hartz IV ).
Gehen die Ärzte ( in ihrer Not ) jetzt dazu über, dass sie solchen Patienten, die sich nicht wehren können, teure Medizin verschreiben, die die Patienten selber zahlen müssen?
Welch eine unheilige Allianz zwischen einer gewissenlosen Gesundheitsministerin und Ärzten in Budgetnot entsteht hier eigentlich? Ist es vielleicht doch richtig, was manche Ärzte behaupten, dass das heutige Gesundheitswesen die Mortalitätsrate steigert? Anders gefragt: ist das die Antwort der Politik auf die Alterspyramide, diese über ein fehlgeleitetes Gesundheitssystem abzubauen?
Was alle wissen: Politik ist ein schmutziges Geschäft. Dass nun der Schmutz so gewissenlos geworden ist, wer hätte das bei einer ehemaligen Volkspartei, der SPD, angenommen?
[Quelle: deutschland-debatte.de]
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