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Blutegel-Therapie – eine seit Jahrhunderten bewährte Heilmethode


Unter Blutegel-Therapie versteht man das gezielte Ansetzen von Blutegeln zur Heilung oder Linderung von Krankheiten. Seit der Antike wird diese Heilmethode beschrieben, jedoch ist sie vermutlich so alt wie die Menschheit selbst.

Geschichte der Blutegelbehandlung

Im alten Griechenland (ca. 500 v. Chr.) wurde bereits über die heilsame Wirkung der kleinen Tiere berichtet. Ausführlicher beschäftigte sich Themison von Laodica im 1. Jahrhundert vor Chr. damit und gilt als eigentlicher Begründer der Therapie mit Blutegeln.

Über die Jahrhunderte kam allmählich ein großer Erfahrungsschatz zusammen. Es entstand ein sehr umfangreiches und genaues Bild, wann, wo und wie Blutegel mit Erfolg angewandt werden können. Interessant ist zudem die Tatsache, dass seit dem ausgehenden Mittelalter nichts wesentlich Neues zu diesem überlieferten Erfahrungswissen hinzugefügt werden konnte.

Was ist ein Blutegel?

Der Blutegel gehört zur Klasse der Ringelwürmer (Aniliden). Das natürliche Verbreitungsgebiet erstreckt sich über Deutschland, Schweiz, Österreich, Osteuropa und Nordafrika. Nach dem Ort ihrer Herkunft erfolgt die Unterteilung in den deutschen Blutegel (Hirudo medicinalis) und den Balkanegel (Hirudo officinalis). Es handelt sich jedoch um die gleiche Art. Bezogen werden die Blutegel entweder über Apotheken oder direkt aus deutschen, kontrollierten
Blutegelzuchtanstalten.

Wo werden Blutegel eingesetzt?

Wo – also an welcher Körperstelle der Blutegel angesetzt wird – ist abhängig von der Erkrankung des Patienten. Dabei wird unterschieden, ob die Erkrankung den ganzen Körper betrifft (z.B. Bluthochdruck) oder ob das Problem nur an einer Stelle lokalisiert ist (z.B. Schultergelenk). Liegt das Problem an einer bestimmten Körperstelle, so erfolgt der Ansatz des Blutegels unmittelbar neben der erkrankten Körperstelle, soweit das anatomisch möglich ist. Bei Erkrankungen der Fingergelenke werden die Blutegel beispielsweise in die Nähe der Gelenke gesetzt.

Wann werden Blutegel eingesetzt?

Für den Einsatz von Blutegeln gilt eine einfache Regel: Blutegel werden dann sehr erfolgreich eingesetzt, wenn die Körperflüssigkeiten – Blut und Lymphe – nicht mehr richtig zirkulieren oder gestaut sind. Positive Erfahrungen liegen demnach bei folgenden Erkrankungen vor:

  • Arthritis, Arthrose
  • Bandscheibenproblemen
  • Bluthochdruck
  • Chronische Augenentzündungen
  • chronische Entzündungen
  • Chronische Sinusitis
  • Chronische Thrombose
  • Chronische Venenentzündung
  • Gelenkrheumatismus, Gicht
  • Hämorrhoiden
  • Hüftgelenksschmerzen
  • Kniegelenkentzündung
  • Migräne
  • Ohrgeräusche, Schwerhörigkeit
  • Sinusitis

Welche Wirkstoffe sind für die Heilwirkungen verantwortlich?

Im Vordergrund der Blutegelbehandlung steht die gerinnungshemmende Wirkung. Von den Wirkstoffen des Blutegels sind etwa 8 Substanzen wissenschaftlich einigermaßen in Zusammensetzung und Wirkung bekannt. In erster Linie handelt es sich dabei um das gerinnungshemmende Hirudin, die entzündungshemmenden Bdelline und Egline, die antibiotische und gewebelockernde Hyaluronidase und das Calin, das für das stundenlange Nachbluten verantwortlich ist.

Eine weitere wichtige Wirkung des Blutegels ist die Beschleunigung des Lymphstroms. Neben Blut tritt auch Lymphflüssigkeit aus der Ansatzstelle und schafft somit Raum zum Nachfließen neuer, frischer Lymphe. Ablagerungen, welche im Gewebe den Lymphfluss behindern, werden ausgeschieden, so dass gestaute Lymphe und gestautes Blut abfließen.

Die Blutegelbehandlung schützt für einen gewissen Zeitraum vor Thrombose, weil ein Teil der Wirkung darauf beruht, dass die Venenwände durch die Behandlung von geronnenen Ablagerungen (Thromben) befreit werden. Abhängig vom Grad der Vorschädigung, ist die Venenwand danach wieder einigermaßen glatt und bietet so für eine Weile keine Angriffsfläche für eine erneute Thrombenbildung.

Der Blutegel-Wirkstoff hat eine krampflösende Wirkung. Die entspannende Wirkung ist meist sofort spürbar. Schmerzen lassen praktisch schon während der Behandlung nach. Besonders Patienten, die „schwere Beine“ haben, spüren die Erleichterung deutlich.

Wie lange dauert eine Blutegelbehandlung?

Hat der Blutegel angebissen, so lässt man ihn 30 bis 90 Minuten saugen. Meist fallen die Blutegel jedoch nach 45 Minuten ganz von alleine ab. Danach beginnt die Wunde tropfenweise nachzubluten.

 

Autor dieses Artikels:

Alfred Goldbacher
Praxis für Naturheilkunde
Andriot & Goldbacher
Heilig-Blut-Weg 9
85435 Erding
Tel. 08122 9818238
www.gemeinschaftspraxis-erding.de

 

Weiterführende Literatur:



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Nur 1 Kommentar bisher

  1. 1. Gelenkgesund

    Kommentar vom 24. June 2011 um 23:35

    Als Tierschützerin missfällt mir bei diesem Gedanken lediglich, dass zur Behandlung verwendete Blutegel aus Gründen der Hygiene stets getötet werden müssen. Ich selbst stand auch vor der Wahl, mich der Nebenwirkungen von Medikamenten auszusetzen, als bei mir eine aggressiv verlaufende rheumatoide Arthritis diagnostiziert wurde und suchte daher nach Alternativen. Dabei trieb mich die Überzeugung, dass ein Körper, der sich selbst krank machen könne, sich auch selbst heilen können müsse. Ich gab nicht auf und schließlich gelang es mir, mich mit einem selbst erstellten Übungsprogramm vollständig zu heilen. Jedenfalls war ich bald darauf beschwerdefrei und gelte seit über zehn Jahren als geheilt.

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