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Das Recht auf Nahrung und Freiheit – Jean Ziegler über die kannibalistische Weltordnung

Hier nochmal die Rede von Jean Ziegler zu den Salzburger Festspielen 2011: Der Aufstand des Gewissens. Die Ursachen und Auswirkungen der kannibalistischen Weltordnung.

Als Ziegler zur diesjährigen Eröffnung der Salzburger Festspiele eine Rede über den Hunger in der Welt halten wollte, wurde er prompt wieder ausgeladen. Die Auswirkungen ihres Verhaltens wollten sich die feinen Damen und Herren nicht anhören.


Videolink: http://youtu.be/NTi9lZxggnI

Jean Ziegler, geboren am 19.04.1934, ist ein Schweizer Soziologe, Politiker und Sachbuchautor. Ziegler war persönlich befreundet mit Jean-Paul Sartre und mit Che Guevara welchen er bei dessen Besuch in der Schweiz begleitete. Als er überlegte, nach Kuba auszuwandern, sagte ihm eigenen Aussagen zufolge Che Guevara: „Der Kopf des Monsters ist hier. Hier ist dein Platz, hier musst Du kämpfen.“ Ziegler blieb in der Schweiz, studierte fortan Soziologie.

Seit September 2000 war Jean Ziegler UN-Sonderberichterstatter für das Recht auf Nahrung. In dieser Funktion verfasste er jährlich allgemeine Berichte und Empfehlungen.

Bevölkerungswachstum als Ursache für Hunger bezeichnet Ziegler als „kompletten Blödsinn“, da die Weltlandwirtschaft 12 Milliarden Menschen ernähren könne. Ziegler gilt als Globalisierungskritiker. Er bezeichnet sich selbst als Kommunist im Sinne der Redewendung von Karl Marx „Jeder nach seinen Fähigkeiten, jeder nach seinen Bedürfnissen“.

Unternehmen — besonders multinationalen Konzernen — wirft er vor, zwecks Profitmaximierung unethisch zu handeln, jede Verantwortung für Menschenrechte oder Umweltschutz abzulehnen und so wesentlich für den Welthunger mitverantwortlich zu sein. Konzerne übten ferner beträchtlichen Einfluss auf die Politik aus und bedrohten damit die Demokratie. Ziegler bezeichnet Hungertod als Mord.

Insbesondere in der US-amerikanischen Politik unter George W. Bush sah Ziegler eine Politik, die an Konzerninteressen und der „Oligarchie des amerikanischen Finanzkapitals“ ausgerichtet gewesen sei. Dies sei der Grund, weshalb die USA weltweit menschenrechtsverletzende Regimes — als solche sieht Ziegler u. a. Russland unter Wladimir Putin wegen des Tschetschenien-Krieges und Israel wegen der Besetzung der Palästinensergebiete — unterstützten und die Teilnahme am Kyoto-Protokoll und das Verbot von Anti-Personen-Minen abgelehnt hätten. Den Irakkrieg und den weltweiten Krieg gegen den Terror sieht Ziegler als Maßnahmen im Interesse US-amerikanischer Erdölkonzerne.

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2 Kommentare zum Beitrag

  1. Wir zahlen doppelt, für Gift und Krankheit. Also, diesen Satz muss ich mir merken.
    So was hab ich ja im Leben noch nie gelesen. Also, das hört sich so an, als hätten wir uns unsere Krankheit gekauft.
    Also, ich wusste ja, das fast alles käuflich ist auf dieser Welt, aber, dass sich jemand ne Krankheit auch noch kauft, das ist mir wirklich neu.

    Liebe Grüße von S.K. Toxi

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