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Der Dioxin-Skandal – Verseuchte Nahrungsmittel aus Profitgier

Der aktuelle Dioxin-Skandal ist kein neues Thema. Seit einigen Jahren gelangen immer wieder Meldungen über Dioxin-belastete Nahrungsmittel in die Medien.

So geht es gerade im aktuellen Dioxin-Skandal darum, dass rund 3.000 Tonnen Dioxin-verseuchtes Tierfutterfett in Umlauf gelangt sind (- die „Welt“ berichtet) und in Folge um die 150.000 Tonnen Tierfutter damit belastet sein sollen. Diese giftigen Dioxine können schlussendlich anhand von Tierprodukten (Wurst, Eier, usw.) auf Ihrem Esstisch und somit in Ihrem Körper landen.

Ein Bericht der BR – Rundschau vom 04.01.2011

Videolink: https://youtu.be/a84aV-XhwSE

Durch ein Versehen? Erlauben wir uns, dies zu bezweifeln. Es handelt sich hierbei um eine äußerst günstige Variante, um Industrie-Abfälle verschwinden zu lassen. Somit spart man sich eine kostspielige Entsorgung.

Es ist außerdem ein Skandal, dass Behörden und Medien die Dioxin-Gefahr stark herunterspielen oder gar verschweigen. Die Bürger werden nicht aufgeklärt, es wird nicht ausreichend kontrolliert, es werden keine Grenzwerte gesetzt und nur die wenigsten Fälle von bewusster Dioxin-Verseuchung werden überhaupt verfolgt und bestraft.

Die Belastung von Umwelt und Nahrungsmitteln durch Dioxine (und andere Gifte) ist weitaus tragischer, als uns unsere Behörden uns weismachen wollen!

„Keine unmittelbare Gesundheitsgefährdung“ wird gesagt.

Entsprechend zitiert auch der „Focus“ aus dem Bericht des Ministeriums an die EU-Kommission: Eine öffentliche Warnung sei seitens der Länder nicht erfolgt, weil „keine unmittelbare gesundheitliche Beeinträchtigung durch den Verzehr zu erwarten sei.“ (Tagesschau)

06.09.1999 – (idw) Eberhard-Karls-Universität Tübingen:

Die Liste der Schäden, die Dioxine auslösen können, ist lang:
Sie wirken potentiell schädigend auf ungeborene Kinder, auf die Fruchtbarkeit der Menschen, sie können Krebs erzeugen und verursachen Beeinträchtigungen am Nervensystem, Immunsystem und an der Leber.
Auf der Haut können sie Chlorakne hervorrufen und zeigen außerdem hormonähnliche Wirkung.
(Mehr dazu unter www.uni-protokolle.de/nachrichten/id/51903/)

Warum gelangen überhaupt Dioxine in das Tierfutter und somit in unsere Nahrungsmittel?

Dr. Hans-Ulrich Hill:

Die industrielle Tierhaltung versucht, die Kosten für die Futtermittel zu drücken, indem sie das Futter mit technischen Fetten streckt. Dabei dient das Futter als Entsorgungs- weg für die Giftindustrie.
[…] Lücken im Futtermittelgesetz erlauben sogar die Entsorgung von Giftstoffen in Futtermitteln für die Nutztierhaltung, die damit in die Nahrungskette gelangen und in der Bevölkerung „verdünnt“ werden. [CSN-Deutschland]

Die Dioxin-Belastung  unserer Nahrungsmittel nimmt durch solche profitorientierte Gauner in Wirtschaft und Politik weiterhin zu.  Je nachdem wie man sich ernährt (d.h. gerade wer gerne Tierprodukte isst),  könnte man im Laufe der Zeit ausreichende Mengen zu sich nehmen, um früher oder später ernsthaft (z.B. an Krebs oder Organschäden) zu erkranken.

Tatsache ist, dass es in Deutschland nicht einmal Grenzwerte für Dioxine im Tierfutter gibt. Weshalb auch nicht kontrolliert wird. Wobei man hier dazu erwähnen muss, dass Grenzwerte heute nicht mehr viel aussagen. Es ist gang und gäbe, dass Grenzwerte für bedenkliche Stoffe im Wasser, in Nahrungsmitteln, in der Umwelt, etc. immer wieder nach oben hin angepasst werden, weil es die Industrie „einfach nicht schafft“, sich an Grenzwerte zu halten.

Sie müssen sich das mal vorstellen: Anstatt entsprechend zu handeln, werden Grenzwerte einfach angepasst oder einfach ignoriert, weil sowieso nichts passiert.

Auf gut Deutsch: Grenzwerte sind denen scheißegal. Wichtiger ist Kosten sparen, Geld machen.

Doch nicht nur Futtermittel werden direkt verseucht. Durch Müllverbrennungsanlagen, Stahlwerke, usw. wird unsere Umwelt (man denke hierbei z.B. auch an landwirtschaftliche Flächen mit Obst und Gemüse) massiv belastet.

Hier als Beispiel, ein Auszug aus einem MDR-Bericht aus dem Jahre 2006:

Dioxinskandal in Riesa
[…] Tatsächlich reißt der Riesaer Stahlbetrieb seit sage und schreibe zwölf Jahren den Grenzwert beim Ausstoß an giftigem Dioxin. Davon weiß auch die Aufsichtsbehörde, das Regierungspräsidium Dresden. Zulässig wären 0,1 Nanogramm Dioxin pro Kubikmeter Abluft.

O-Ton: Holm Felber, Regierungspräsidium Dresden:
„Und da lese ich jetzt … 97 im April … haben wir einen Wert von 8,9 Nanogramm pro Kubikmeter. Das ist der wirklich höchste Gemessene.“
Heißt: Das 90-fache des Erlaubten! Behördlich gemessene Werte, von denen der Feralpi-Geschäftsführer nicht einmal etwas gehört haben will. […] [MDR]

Dieses Werk befindet sich übrigens mitten im Stadtgebiet. Die Anwohner hatten sich schon mehrmals beschwert, liefen Sturm gegen diese Umweltverschmutzung. Aber es passierte… NICHTS. Die Regierung duldet es einfach.

Zu Müllverbrennungsanlagen schreibt Dr. Hans-Ulrich Hill:

Dioxine entstehen außerdem im Abgas der Müllverbrennungsanlagen. Da diese Stoffe chemisch sehr stabil und gleichzeitig fettlöslich sind, reichern sie sich im Fettgewebe und besonders im Gehirn an. Dort stehen sie in Verdacht, chronisch degenerative Hirnkrankheiten, also die Demenz, zu verursachen. Die rasante Zunahme der Demenzkrankheiten in den letzten Jahren beruht nicht nur auf der Zunahme des Altenanteils der Bevölkerung, sondern auf der schleichenden chronischen Vergiftung durch langlebige neurotoxische Chemikalien. [CSN-Deutschland]

Wo ist er, der sogenannte Verbraucherschutz in Deutschland? Was machen denn die Behörden, deren Aufgabe es doch eigentlich sein sollte, die Bürger vor solchen Giften zu schützen, indem sie ständige Kontrollen durchführen und solche Verbrechen bis aufs schärfste verfolgen!?

Die Wahrheit ist, unsere Politiker verfolgen nur die Interessen der Wirtschaft, der großen Konzerne.

Deshalb käme auch keine Behörde auf die Idee irgendeinen Großkonzern zu bestrafen. Die würden sich doch ihren eigenen Ast absägen. Denn es muss ja Geld fließen. Die Wirtschaft macht die Politik und sie bestimmt die Gesetze.

Der ganz große Dumme ist IMMER der Verbraucher, der Konsument, der Arbeiter, der Angestellte, der Steuerzahler … eben der „Industrie-Sklave“.

Was Dioxin anrichten kann (Achtung, es folgen sehr grausige Bilder!):

Videolink: https://youtu.be/Vo9mOeoXGm0

Weiterführende Links:

Buchtipps

2 Kommentare zum Beitrag

  1. Finde es eigentlich eine Frechheit, dass die Allgemeinheit nicht ausreichend informiert wird. Bin eigentlich nur durch Zufall über diesen Skandal gestolpert. Aber wird ja alles heruntergespielt, weil es ja ‚keine Gefährdung geben würde‘..

  2. Gesundheitliche Aufklärung ist wichtiger denn je!

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