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Ein Landwirtschaftsmodell zur Versorgung der Welt

Das Null-Hunger-Modell


In zehn Jahren, im Jahr 2020, können die indische Landwirtschat und gleichermaßen die Landwirtschaft der ganzen Welt in ein gesundes und lebensfähiges System verwandelt sein, in dem die Selbstmorde der Bauern der Geschichte angehören, in dem Elend und Verzweiflung durch Stolz am Anbauen ersetzt worden sind, wo Landwirtschaft wahrhaft langfristig und nachhaltig geworden ist und keine Wärme der globalen Umwelt hinzufügt.

Mit dem Beginn von 2010 wird das Drehbuch für eine künftige Landwirtschaft geschrieben, das das Lächeln auf dem Antlitz des Bauern zurückbringt, ohne Wunden in der Umwelt zu hinterlassen.

Was mit einer kleinen Initiative vor sechs Jahren in einem unbekannten Dorf im Khamam-Distrikt begann, hat sich jetzt über 800 000 ha in 21 Distrikten von Andhra Pradesh verbreitet. Ich erinnere mich an das erste Gespräch über das Wunder, das durch das Dorf Pannukula in Andhra Pradesh zustandegebracht wurde, und von dem viele glaubten, ich wolle einfach versuchen, die Landwirtschaft zu romantisieren. Wie Landwirtschaft ohne Verwendung von chemischen Pestiziden betrieben werden könne, wurde ich wiederholt gefragt.

Pannukula grub eine erste Furche, die sich am Ende zu einem leuchtenden breiten Pfad verbreiterte. In den folgenden vier Jahren haben mehr als 318 000 Bauern in 21 der 23 Distrikte von Andhra Pradesh das intensive chemische Anbausystem aufgegeben und sind zu einer nachhaltigen, ökonomich machbaren und ökologisch angepaßten Landwirtschaft übergegangen. Eine stille Revolution ist im Entstehen begriffen. In Kharif waren 2009 ca. 560 000 ha bepflanzt mit dem, was jetzt unter dem Namen Community Managed Sustainable Agriculture (CMSA= Kommunal betriebene nachhaltige Landwirtschaft) bekannt ist.

Während ich dies hier in der ersten Woche des Januar 2010 schreibe, hat sich das Gebiet auf 800 000 ha der 21 Distrikte ausgebreitet. Eine Zunahme von 240 000 ha eines Anbausystems, das keine chemischen Pestizide verwendet und auch nach und nach auf den chemischen Dünger verzichtet, und das obendrein innerhalb weniger Monate, das ist ein einzigartiger Rekord. Und all dies geschah ohne irgendwelche Anreize von Regierungsbehörden oder dem privaten Sektor. Ich sehe keinen Grund, weshalb dieses umweltmäßig sichere und Bauernfreundliche System nachhaltiger Landwirtschaft nicht in weiteren zehn Jahren zusätzliche 80 Millionen ha im ganzen Land bedecken sollte, wenn es der Regierung ernst ist.

In 10 Jahren, 2020, kann die indische Landwirtschaft in ein gesundes, dynamisches System verwandelt werden, in dem die Selbstmorde der Bauern der Geschichte angehören, wo Elend und Verzweiflung durch den Stolz der Bauern ersetzt sind, und wo die Landwirtschaft zu einem auf lange Sicht nachhaltigen System wird, das nicht zu einem Klimawandel führt.


Zukunft ökologische Landwirtschaft

Was als Experiment begann, ein Anbausystem zu entwickeln ohne die Verwendung von chemischen Pestiziden, geht jetzt dazu über, auch auf die Verwendung chemischer Düngemittel zu verzichten. Man benutzt eine Mischung aus wissenschaftlich erprobten Technologien, einheimischem Wissen und traditioneller Weisheit. Die Bauern ersetzen chemischen Dünger und Pestizide mit Mikroben- Kulturen, intensiver Nutzung von Komposttechniken, Regenwurm-Kompostierung, und sie verwenden Bio-Dünger und Bio-Extrakte zur Ungezieferkontrolle.

Dies brachte eine vollständige Veränderung der konventionellen Landwirtschaft mit sich und bot einen sicheren und stabilen Lebensunterhalt. Die Erträge sind gleich geblieben, die Schäden durch Ungeziefer sind drastisch gesunken und der Boden gewinnt seine natürliche Fruchtbarkeit zurück. Da die Bodenfruchtbarkeit über die Jahre sich langsam verbessert, sind auch die Erträge weiter gestiegen. Noch wichtiger ist, daß die Ausgaben der Bauern für Gesundheitsprobleme, die durch die Verwendung von Pestiziden auftreten, im Durchschnitt um 40% gesunken sind.

Die Bauern haben jetzt mehr Geld auf der Hand. Die Anbaukosten pro ha sind um 33% gesunken. Ein CMSA-Bauer spart z.B. beim Anbau von Baumwolle mehr als 12,500 RS (Rupien= ca. 0,0152 € bzw. 100 Rs = 1.5 €) pro ha allein durch die Nichtverwendung von Pestiziden. Da die Erträge stabil geblieben sind, haben die Baumwollpflanzer praktisch ein neues Leben erhalten. Und die Umwelt ist gesünder und sicherer geworden.

Normalerweise gehen beim Baumwollanbau 56% der Kosten für die Pestizide drauf. Und man vergesse nicht, daß 70% der Bauern, die Selbstmord begehen, im Staat und im Bundesland, Leute sind, die im Baumwollanbau arbeiten. Aber kein Bauer hat in den Gebieten, wo das neue System ohne Pestizide verwendet wird, Selbstmord begangen.

Mehr Geld in den Händen der Bauern bedeutet weniger Schulden. Ich habe kein anderes Dorf im Lande in den drei Jahrzehnten meiner Arbeit über Landwirtschaft gesehen, das in der Lage gewesen ist, sein gesamtes mit Hypotheken belastetes Land von den Geldverleihern in nur drei Jahren zurückzubekommen. Dies geschah in dem Dorf Ramachandrapuram im Khamam Distrikt, wo alle 75 Bauern sogar ihre außenstehenden Zinsen zurückbezahlt haben.

Untersuchungen in fünf Distrikten zeigen, daß von 467 Familien, die ihr Land beliehen haben, mindestens 386 es in zwei Jahren freigekauft haben.


Leitplan für die Zukunft

Dies ist ein Leitplan für die Zukunft der indischen Landwirtschaft und für die globale Landwirtschaft. Er liefert nicht nur einen nachhaltigen Weg mit einem minimalen Kohlenwasserstoff-Abdruck, sondern liefert auch ein ungeheures Potential, um Armut und Hunger zu vertreiben. Es ist eindeutig bewiesen worden, daß die Nahrungsversorgung per Haushalt sich verbessert hat durch 40% weniger Einkäufe an Nahrungsmitteln auf dem Markt. Die Ernteerträge sind gestiegen, und die Bauern sind jetzt sogar in der Lage, zwei Ernten pro Jahr anzubauen. Dies ist das Null-Hunger-Modell, von dem ich sage, daß es unter dem vorgeschlagenen National Food Security Act (Nationales Nahrungssicherungsgesetz) angenommen werden soll.

Selbsthilfegruppen für Frauen und Bauern spielen eine wichtige Rolle in der CMSA. Ersparnisse sind gestiegen, und eine Föderation von 850 675 Selbsthilfegruppen umfaßt jetzt 10 Millionen Frauen aus armen Haushalten. Diese Föderation besitzt ein Kapital von 1.5 Milliarden US-Dollar und liefert ein ganzes Bündel ökonomischer Leistungen. Kein Wunder, daß nachhaltige Landwirtschaft ohne Zuschüsse von außen die ländlichen Gegenden revolutionieren und Hunger und Armut besiegen kann.


Übersetzung von Einar Schlereth / Tlaxcala.

Diese Übersetzung kann frei verwendet werden unter der Bedingung, daß der Text nicht verändert wird und daß sowohl der Autor, der Übersetzer als auch die Quelle genannt werden.

URL dieses Artikels auf Tlaxcala: http://www.tlaxcala.es/pp.asp?reference=9772&lg=de

Mehr Infos:

Video über Community Managed Sustainable Agriculture

Kommentar: Hier sehen wir wieder ein Beweis dafür, dass wir nur durch Nachhaltigkeit und im Einklang mit der Natur in eine bessere Zukunft steuern können. Die Verseuchung unserer Erde aus Profitgier, bringt uns nur den Weg der Armut, der Krankheit und des Todes.


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