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Einkaufen für die Müllhalde: Lange Lebensdauer ist eine Tragödie fürs Geschäft

Die bewusste Verkürzung der Lebensdauer eines Industrieerzeugnisses, um die Wirtschaft in Schwung zu halten, nennt man “geplante Obsoleszenz”. Bereits 1928 schrieb eine Werbezeitschrift unumwunden: “Ein Artikel, der sich nicht abnutzt, ist eine Tragödie fürs Geschäft”.

Glühbirnen, Nylonstrümpfe, Drucker, Mobiltelefone – bei den meisten dieser Produkte ist das Abnutzungsdatum bereits geplant. Die Verbraucher sollen veranlasst werden, lieber einen neuen Artikel zu kaufen, als den defekten reparieren zu lassen.

Gestützt auf mehr als drei Jahre dauernde Recherchen, erzählt die Dokumentation die Geschichte der geplanten Obsoleszenz. Sie beginnt in den 20er Jahren mit der Schaffung eines Kartells, das die Lebensdauer von Glühbirnen begrenzt, und gewinnt in den 50er Jahren mit der Entstehung der Konsumgesellschaft weiter an Boden.

Heute wollen sich viele Verbraucher nicht mehr mit diesem System abfinden. Als Beispiel für dessen verheerende Umweltfolgen zeigt die Dokumentation die riesigen Elektroschrottdeponien im Umkreis der ghanaischen Hauptstadt Accra. Neben diesem schonungslosen Blick auf die Wegwerfgesellschaft stellt Filmemacherin Cosima Dannoritzer auch die Lösungsansätze von Unternehmern vor, die alternative Produktionsweisen entwickeln. Und Intellektuelle mahnen an, die Technik möge sich auf ihre ursprüngliche Aufgabe zurückbesinnen, auf die dauerhafte Erleichterung des Alltags ohne gleichzeitige Verwüstung des Planeten.

Kaufen für die Müllhalde | Die Wegwerf-Gesellschaft (Arte 2011)


Videolink: https://youtu.be/zVFZ4Ocz4VA

2 Kommentare zum Beitrag

  1. …leider ist auch bei arte eine gewisse obsolenz vorhanden – das video ist aber auf youtube hochgeladen worden: http://www.youtube.com/watch?v=77UwTx2Sou4

    ich fand es erfreulich, dass es eine spanische/katalanische produktion ist. meine freunde dort haben leider immernoch einen anderen umgang mit den ressourcen als ich es mir wünsche…

  2. Vielen Dank für den Hinweis Spananier – binde gleich den funktionierenden Link ein! 🙂

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