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Erziehung: Jesper Juul – Das Erziehen endlich sein lassen?

Eltern sein ist schwer. Sollten wir uns nicht besser von der Idee verabschieden, unsere Kinder erziehen zu müssen und stattdessen eine wirkliche Beziehung mit ihnen eingehen?

Erziehen – da steckt das ziehen schon mit drin, und die Anstrengung auch. Und dann noch wie? Eltern sein ist nicht leicht dieser Tage, Erziehungswissenschaftler und -berater könnten sich in ihren Ratschlägen kaum grundlegender widersprechen.

Eltern sind einer Fülle von verschiedenen Erziehungskonzepten ausgesetzt, die jeweils suggerieren, das jeweils andere sei für das Kind ganz schrecklich falsch. Das Geschäft mit Erziehungsratgebern boomt und im Fernsehen sehen sich Millionen von verunsicherten Eltern Sendungen wie „Die Super-Nanny“ an – man ahnt die Ausmaße der Verwirrung. Da sehnen sich wohl manche in vergangene Zeiten zurück, als „man“ noch wusste, wie man Kinder erzieht.

Woran sich orientieren? Die Angst vieler Eltern, etwas „falsch zu machen“, dem Kind womöglich schweren psychischen Schaden zuzufügen, wird umso größer, je weniger Konsens es darüber gibt, was falsch und richtig ist.

Inmitten dieses Chaos stolpert man beinahe über die Stimme von Jesper Juul. Der nämlich meint, wir sollten das Erziehen doch einfach ganz sein lassen. Und er meint das nicht im Sinne von „einfach machen lassen (laissez-faire)“, sondern in dem Sinn, dass die Idee des Erziehens an sich eine irreführende ist.

Weiterlesen auf sein.de

„Gehorsam macht krank“

Jesper Juul im Gespräch mit Teresa Arrieta


Videolink: https://youtu.be/SWoByyUCP88

Bücher von Jesper Juul:

4 Kommentare zum Beitrag

  1. Die Bücher von ihm kann ich uneingeschränkt empfehlen. Grandios.
    Auch die „Kompetente Familie“ ist lesenswert! Ich habe selten etwas so kluges gelesen.

  2. Aus meiner Erfahrung, die ich mit meinen Eltern und „Staat“ gemacht habe finde ich das einfach gut was Juul da schreibt.
    Letzten Endes geht es um Kommunikation und Respekt.
    Grüße.

  3. Lustig, eigentlich bin ich auf der Suche nach Stevia auf Ihren Blog gestoßen, aber dann aufgrund der Vielfalt der interessanten Themen hängengeblieben!

    Ich liebe die Bücher von Jesper Juul, die sind uneingeschränkt zu empfehlen. So viele Eltern lassen sich heute durch die Vielzahl an „Tipps“ verunsichern, dabei ist „Erziehung“ ganz einfach! Zuhören, Dasein, Lieben, Respektieren. Viel mehr ist nicht notwendig.

    Das abschreckendste Beispiel ist Amy Chuas. Einen kurzen Einblick in die Horror-Erziehungsmethoden findet man hier:http://www.hausarbeiten.de/faecher/vorschau/172282.html#inside (reinlesen reicht, muss man nicht kaufen…)

    Mir hat es gereicht, dieses Buch zu lesen, um zu wissen, wie ich es NICHT machen will. Alles andere überlasse ich meiner Intuition.

  4. ErZIEHen sollten wir unbedingt SEIN lassen; wir können nämlich gar nicht nicht erZIEHEN; denn wir alle haben SOG-Wirkung und das ist GUT so.
    Damit aber möglichst keiner weiß, was er tut, brauchen wir eine ErZIEHungsinstitution, der keiner auskommt und die uns ständig das Gegenteil von ErZIEHung als ErZIEHung aufnötigt. Solange bis wir nichts mehr anderes kennen und das künstliche Fremdsystem unbewusst übernehmen.
    Darum braucht man auch 12 oder mehr Jahre sog. Schulpflicht, die bei Nichterfüllung in Beschulungszwang uminterpreiert wird. Dort gibt es immer nur die beste, aktuellste und wissenschaftlichste Pädagogik, die alles weniger gut erscheinende immer eliminiert – sogar ihre eigenen Erkenntnisse von gestern.
    Das sieht auf den ersten Blick alles sehr edel aus, doch durch diesen simplen Trick entwöhnt man den Menschen vom Vergleichen. Man lässt ihm keine Alternative. Er bekommt ständig immer noch Besseres nachgeliefert und verlernt dabei vollautomatisch, EIGENE Entscheidungen zu treffen. Er benutzt nicht mehr den eigenen Verstand sondern nur noch den angelernten. Er lernt nicht mehr, genau hinzuschauen und zu prüfen.
    Sonst müsste doch jedem auffallen, dass wir immer DRUCK machen, wenn wir erZIEHen. Unsere ErZIEHung ist gar keine ErZIEHung, sie ist ErDRÜCKung. Erdrücken ist doch das krasse Gegenteil von Erziehen.
    Was wir da als „Pädagogik“ Tag für Tag verüben und erleiden, gleicht einer ständigen Verwechselung von Gas- und Bremspedal beim Autofahren. Die ErZIEHER sind es, die das verwechseln, nicht die „Zöglinge“ – genauer müsste man sagen: „Drucklinge“. Dennoch tun wir im Fall des Falles immer so, als seien die zu Erziehenden schuld daran, dass es nicht klappt, weil sie NICHT RICHTIG MITGEMACHT HABEN. ErDRÜCKung ist offensichtlich die a) am weitesten verbreitete und b) mit Abstand dümmste Form von ErZIEHung.
    DRUCK komprimiert a) das Problem und b) die Menschen. Das ist also das exakte Gegenteil von LÖSUNG. Unter DRUCKL wächst nichts und niemand. DRUCK staut Kräfte auf – wie Erfurt, Winnenden & Co. zeigen ggf. bis zur lebensgefährlichen Entladung. Das Problem kann gar nicht verlorengehen dabei: Es mag zusammengedrückt kleiner erscheinen, aber ist dehnt sich sofort wieder aus, wenn nicht mehr gedrückt werden kann, UND DANN WÄCHST ES exakt um die Energie, die man zuvor hineingedrückt hat.
    Wenn wir tatsächlich ÜBERLEBEN wollen, brauchen wir etwas völlig anderes als die Abschaffung einer ErZIEHung, die noch nicht einmal verstanden worden ist. Fürs Überleben müssen wir ALLE lernen, was ErZIEHung ist.
    ErZIEHung besteht nicht darin, dass man andere zieht. Erziehung braucht GEIST dafür, dass man sich etwas ein- oder/und auffallen lässt, was ZIEHT. ErZIEHung erkennt und nutzt SOG-Wirkungen. SOG-Wirkungen, die da sind. SOG ist das Grundprinzip der neuen Ich-kann-Schule.
    Ich spüre den HUNGER der feinen und alles entscheidenden Kräfte von Seele und Geist, die unsere „Pädagogik“ systematisch VERHUNGERN lässt. Die feinen Seelen- und Geistes-TALENTE schreien nach Achtung, Anerkennung, Aufrichtung, Bestätigung, Bestärkung,Treue und Solidarität und mehr desgleichen! Wir aber walzen sie nur jeden Tag mit „Übungen“ platt. Und wir steigern uns noch in den Wahn, diese groben Verletzungen von Geist und Seele seien zu ihrem Besten.
    Man muss sich ja „abhärten“ – doch diese Theorie ist tödlich falsch: Wer hart ist, bricht; nur wer flexibel wird, überlebt.
    Wenn ich als Ich-kann-Schule-Lehrer den verprellten, verletzten, letztlich durch Pädagogik geschwächten und in die Flucht geschlagenen TALENTEN mit Respekt begegne, dann entwickeln sich gerade die Talente, mit denen die „Pädagogik“ nicht kann, am erfreulichsten. Unsere entscheidenden Lebenskräfte sind FEIN, zu FEIN für GROBE „Pädagogik“. Nicht durch Steigerung von Grobheit gewinnen wir Einfluss auf die uns zur Verfügung gestellten Kräfte des Lebens sondern Umkehr, LERNEN, den GEIST nutzen.
    Es ist überlebenswichtig, dass wir erkennen, WAS ZIEHT. Mit SOG kann sich alles LÖSEN. Mit Sog kann man die Kräfte punktgenau lenken, mühelos. Der PAID-AGOGOS ist der Kinderführer; Führer treiben nicht hinten an sondern gehen mit mitreißendem Vorbild voraus.
    Niemand hat in unserer Gesellschaft DAS LERNEN nötiger als DIE LEHRER. Auch sie sollten der Worbedeutung nach Menschen sein, die mit begeisterndem Vorbild für LERNEN andere mitreißen. Die entscheidenden Kräfte für die Bewältigung des Lebens sind die SOG-Kräfte. Sie zu verstehen und FEIN, dem Leben dienend mit ihnen umgehen, das ist ERZIEHUNG. Die müssen wir dringend alle in bester Qualität lernen. Da führt kein Weg daran vorbei. Ich freue mich auf unser aller Erfolg.
    Franz Josef Neffe

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