Genetische Verschmutzung gerät außer Kontrolle
22. June 2010 von Gesundheitsapostel | 1 Kommentar
Die genetische Verschmutzung wird die chemische Verschmutzung bald in den Schatten stellen.
Zu diesem Schluss kommt der Gentech-Experte Werner Müller von der Umweltorganisation Global2000 “Das große Problem bei der ‘so genannten’ Grünen Gentechnologie ist, dass sie nicht unter Kontrolle gehalten werden kann”, meint Müller.
“Wissenschaftler wissen zwar, wie man fremde Gene in Pflanzen einbringen kann, nicht aber wie man diese wieder aus ihnen herausbringt.” Das gilt auch schon bei Verunreinigungen von 0,1 Prozent. “Das bedeutet, dass die Saatgutkette damit auch zunehmend die Nahrungskette der Menschen kontaminiert. Die chemische Verschmutzung kann der Mensch selbst durch die Einstellung der Produktion der chemischen Gifte noch in den Griff bekommen.”
Chemische Verschmutzung verschwindet durch den Abbau in der Umwelt innerhalb mehrerer Jahrzehnte. “Das ist bei einer genetischen Verschmutzung allerdings nicht der Fall”, erklärt der Wissenschaftler. “Denn Pflanzen können sich im Gegensatz zu Chemikalien vermehren und somit die genetische Verschmutzung über mehrere Jahrhunderte konstant halten oder sogar verstärken.”
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1. Uwe-Jürgen Ness
Kommentar vom 22. June 2010 um 22:47
Bei unkontrollierter Verbreitung von manipuliertem Erbgut muß mit Auswirkungen auf das biologische Gleichgewicht und die biologische Vielfalt gerechnet werden. Dieses Problem ergibt sich mit fast allen transgenen Kulturpflanzen jeweils in den Ländern und Regionen der Erde, in denen nahverwandte, kreuzbare Wildarten vorkommen, etwa bei Raps. Das Einkreuzen von Rapspollen, welche die Herbizidresistenz vermitteln, in Stoppelrüben unter Freilandbedingungen wurde bereits nachgewiesen.
Auch bei Mais und Kartoffeln, die in Europa keine natürlichen Artverwandten haben, besteht die Gefahr der Fremdbefruchtung. Für Landwirte, die nach den Richtlinien des kontrollierten ökologischen Anbaus (z. B. Demeter, Bioland) wirtschaften, können solche Auskreuzungen zu erheblichen Einbußen führen, da gentechnikfreie Ware garantiert werden muß.
Der horiontale Gentransfer betrifft vor allem Bakterien, die über eine Vielzahl von Transfermöglichkeiten verfügen. Die Möglichkeit der Übertragung von Genen transgener Pflanzen auf Mikroorganismen wurde in Versuchen belegt. Bakterien sind wichtige Mitglieder des Lebensraums Boden, der jedoch noch weitgehend unerforscht ist, weshalb Genmanipulationen besonders riskant sind. Die Auswirkungen auf die Bodenfruchtbarkeit können nicht prognostiziert werden.