Gentechnik-News
24. February 2010 von Gesundheitsapostel | 1 Kommentar
Verwirrung um Gen-Mais
Bei den Anmeldungen zum Anbau von Gen-Pflanzen in Deutschland herrscht in diesem Jahr Durcheinander: Obwohl der Anbau verboten ist und EU-Zulassungen fehlen, dürfen Landwirte unter Vorbehalt den Anbau von Gen-Kartoffeln und Gen-Mais anmelden.
Sachsen und das Loblied auf Monsanto: Landwirtschaftsminister Frank Kupfer diffamiert Gentechnik-Kritiker
Der Film “Albert Schweitzer – Ein Leben für Afrika”, ist seit Weihnachten im Kino. Der Mann, dessen Schicksal da verfilmt wurde, scheint auch Sachsens Umweltminister zu faszinieren. Ein Spruch von Albert Schweitzer ziert seine Website: “Keine Zukunft vermag gutzumachen, was du in der Gegenwart versäumst.”
Autsch, könnte man sagen. Denn das, was der sächsische Umweltminister Frank Kupfer (CDU) sich in der letzten Woche als Glanzstück von Lobbyarbeit leistete, hat mit einer Sorge um die Zukunft wenig zu tun. Jedenfalls nicht der ihm anvertrauten Zukunft der sächsischen Flora und Fauna, die nicht vom Maiszünsler bedroht wird, wie man am Donnerstagabend, 28. Januar, im Dresdener Rudolf-Harbig-Stadion wohl glauben konnte – oder sollte.
Toxin-verseuchte Nahrungs- und Futtermittel – Gentechnik, der Weg zur Grünen Hölle
Gentechnisch veränderte Pflanzen mit dem Bodenbakterium Bacillus thuringiensis und ihre gefährlichen Folgen. In Indien wurde heute ein grosses Polizeiaufgebot eingesetzt, um die Gegner der Einführung gentechnisch veränderter Auberginen (Bt Brinjal) unter Kontrolle zu bringen.
Hunderte Menschen hatten sich versammelt, um die kommerzielle Zulassung des Anbaus zu verhindern. Landwirte und Mitglieder der verschiedenen Organisationen verurteilten die Zulassung zur Einführung gentechnisch veränderter Auberginen und trugen Plakate mit Slogans wie “Wir brauchen nicht Bt Brinjal.”
Neuer Gentechnik-Ratgeber Milch für Kinder
Heute ist der neuen Gentechnik-Ratgeber Milch für Kinder von Greenpeace erschienen. Darin bewertet Greenpeace die Produkte von Hipp und Humana als führend bei gentechnikfreier Babymilchnahrung. Immer mehr Hersteller verzichten auf den Einsatz von Gen-Pflanzen im Futter. Aber es ist noch einiges zu tun.
Unter den Herstellern von Milchnahrung ist Hipp klarer Voreiter. Deutschlands zweitgrößte Molkerei, Humana, will wesentliche Teile des Angebots umstellen. Doch die Umfragen von Greenpeace zeigten, dass große Konzerne nicht bereit sind, auf Gentechnik im Kuhfutter zu verzichten. Nestlé und Milupa verwenden standardmäßig Genpflanzen für die Tierfütterung.
Gentechnik-Lobby bauscht Anbaustatistik auf
Greenpeace beanstandet den heute von der Gentechnik-Organisation ISAAA vorgelegten Jahresbericht 2009 zum Anbau der Agro-Gentechnik als irreführend. Nach Angaben des International Service for the Acquisition of Agri-biotech Application (ISAAA) dehnte sich die Grüne Gentechnik im Jahr 2009 weltweit aus. Nach Einschätzung von Greenpeace stagnieren jedoch Entwicklung und Anbau von Gen-Pflanzen seit ihrer Einführung vor 14 Jahren. Die Anbaufläche für Gen-Mais in der Europäischen Union ist im vergangenen Jahr sogar um rund zehn Prozent zurückgegangen. Die ISAAA wird unter anderen von den Agrarkonzernen Bayer, Monsanto, Syngenta, Pioneer und Dupont finanziert.
Genmais MON 810: Monsanto lässt Klage ruhen
Der Anbau von Genmais in Deutschland bleibt für dieses Jahr verboten. Der US-Agrarkonzern Monsanto zog seine Klage gegen das Anbauverbot für die Sorte MON 810 vorerst zurück. Ob das für die Genfood-Kritiker einen Erfolg darstellt, ist fraglich.
Monsanto hatte vor dem Verwaltungsgericht Braunschweig gegen das im letzten Jahr erlassene Anbauverbot für MON 810 geklagt und im Eilverfahren verloren. Nun hätte das Gericht im Hauptsacheverfahren entscheiden sollen. Im Bundeslandwirtschaftsministerium war man siegessicher. Eine gerichtliche Bestätigung des Verbots hätte die gentechnikkritische Position von Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner gestärkt und einen Anbau der Genmaissorte in Deutschland vermutlich langfristig verhindert.
Monsanto-Gentechpflanzen verursachen gift-resistente Schädlinge
Die Umweltschutzorganisation GLOBAL 2000 warnt vor weiteren Schäden durch Monsanto Gentech-Baumwolle und Gentech-Mais. “Die Heilsversprechungen der Gentech-Lobby verkehren sich ins Gegenteil. Anstatt die Schadinsekten zu eliminieren, werden zunehmend die Schädlinge gegen das in Gentech-Pflanzen gebildete Gift resistent“, warnt Jens Karg, Sprecher von GLOBAL 2000. Zusätzlich zur Ausbreitung von resistenten Superunkräutern (Pressemitteilung 3. Februar 2010), belegt die Studie „Field-Envolved Insect Resistence to Bt Crops“, der Universität von Arizona, dass in nur drei Jahren die Anzahl der resistenten Baumwollkapselbohrern in Gentech-Baumwollfeldern von Null auf 50 Prozent gestiegen ist. Manche Insekten sind 100- bis 1000-mal unempfindlicher gegen das Bt-Toxin geworden, so die Studie.
Achtung! Gen-Milch bei Nestlé und Milupa
Greenpeace-Aktivisten haben in ganz Deutschland gegen Gen-Milch der Hersteller Nestlé und Milupa protestiert. In über 100 Supermärkten kennzeichneten die Aktivisten Babymilchpulver mit Aufklebern: “Umweltgefahr – Für dieses Produkt bekommen Milchkühe Gentechnik-Futter.” Greenpeace fordert Nestlé und Milupa auf, aus der Gen-Milchproduktion auszusteigen.
Markt für gentechfreie Produkte wächst am schnellsten
Das Marktforschungsunternehmen Nielsen hat in einer Erhebung entdeckt, dass gentechnikfreie Produkte derzeit das am schnellsten wachsende Marktsegment sind. Allein im Jahr 2009 hat in den USA dieses Segment um 67 Prozent zugenommen und damit ein Volumen von 60,2 Mio. Dollar erreicht.
Das Gesundheitsbewusstsein in den USA ist offensichtlich deutlich gestiegen, denn rund 40 Prozent der verkauften Lebensmittel sind Produkte unter dem Aspekt “Gesundheit” mit weniger Konservierungsmitteln. Mit 62 Prozent war der Verkaufsanstieg von glutenfreien Nahrungsmitteln schon sehr hoch. Unschlagbare Nummer Eins war allerdings das Umsatzwachstum bei gentechnikfreien Produkten.
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Trackback vom 25. February 2010 um 15:40
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