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Industrieverbund für Zucker

Die Menschenmassen schieben sich durch die Ständegedrängten Hallen. An vielen Messeständen gibt es Wurstbrote, Käsewürfel, süße Waffeln, selten auch mal einen Apfel zu schnorren und viele Produkte zu kaufen.

Es ist wieder die Zeit für die „Grüne Woche“!

Viele Stars, wie unsere hübsche Landwirtschaftsministerin Ilse Aigner, kann man mit Johann Lafer zusammen in einer Kochshow aus nächster Nähe bestaunen. Kocht sie da mit einer gen-veränderten Stärke-Kartoffel? Wer fragt das? Niemand fragt das. Denn nur die Show zählt. Toll! Herr Lafer betonte: „falls sie ihren Job verlieren sollte, würde ich sie auf jeden Fall als Köchin einstellen“, so schmeichelte Lafer kurz vom Ende der Show.

Die grüne Woche gleicht irgendwie einem sich Selbst-feiern mit gleichzeitiger Beharrung auf traditionellen Ansichten. Wieviele alternative (z.B.: vegetarische oder vegane) Gerichte man ergattern konnte? Nicht viele, das steht fest. Doch man muss schon primitiv veranlagt sein um die Luft der Messe nur um des Essens und des Saufens Willen zu schnuppern. Der vorbildliche Messebesucher unterhält sich auch mit Standbetreuern und ließt ein paar interessante Handzettel, natürlich währenddessen man seine Zentimeterdick mit Puderzucker bestreute Gratis-Waffel und einem Gläschen Wein genießt. Wichtig sollte natürlich in solchen Momenten auch die Überlegung sein, wie man seine Geldenergie im Portemonnaie bis zum Abend effektiv los wird.

Ein wertvoller Flyer, von einem Industrie-Zucker Verbund, welcher ursprünglich vom CMA zum Druck in Auftrag gegeben wurde, (wie das überklebte Impressum auf der Rückseite verrät) sollte wirklich niemandem vorenthalten werden! Ein Flyer, der wahrlich die wahre Wahrheit gepachtet zu haben scheint, mit dem glorreichen Titel:

„Zucker in der Diskussion“ (Anm: Der weiße, raffinierte Zucker)

mit vielen bunten Bildchen von gesunden, lachenden und Sport treibenden Menschen veredelt. Die Fragen und Antworten sind mit kurzen erläuternden Texten unterlegt, welche die Thesen unbezwingbar dogmatisch zu untermauern scheinen:

1.Frage: Essen wir heute mehr Zucker als Früher?
Antwort: Nein, der Konsum von Zucker (Saccharose) ist seit 30 Jahren mehr
oder weniger  unverändert.
2.Frage: Macht Zucker dick?
Antwort: Nein, die Behauptung, Zucker sei für Übergewicht verantwortlich,
ist zwar populär, aber falsch!
3.Frage: Ist Zucker Ursache von Krankheiten?
Antwort: Nein, Zucker ist kein Auslöser von Krankheiten!
4.Frage: Muss man beim Abnehmen auf Zucker verzichten?
Antwort: Nein, wenn süßer Genuss erlaubt ist, sichert das den langfristigen Erfolg!
5.Frage: Ist Zuckerkonsum die alleinige Ursache von Karies?
Antwort: Nein, ein sauberer Zahn bleibt ein gesunder Zahn!
6.Frage: Ist Zucker ein künstliches Industrieprodukt?
Antwort: Nein, Zucker ist ein Naturprodukt!
7.Frage: Ist Zucker ein Nährstoffräuber?
Antwort: Nein, das alte Märchen kann getrost begraben werden!
8.Frage: Macht Zucker zuckerkrank?
Antwort: Nein, die Ursache sind Vererbung und Übergewicht!
9.Frage: Wird Zucker ausschließlich zum Süßen verwendet?
Antwort: Nein, denn Zucker ist mehr als süß!
10.Frage: Gehört Zucker zum Leben gesunder, moderner Menschen?
Antwort: Ja, Zucker liefert Genuss und Energie – als Teil einer modernen Ernährung
ist er Balsam für die Seele!

Eigentlich sollte ich jedwede zynische Bemerkung unterlassen, soll doch von den wohl formulierten Thesen jeder halten und denken was er möge, da sie sowieso vortrefflich für sich sprechen…

„ABER MIR JUCKT ES IN DEN FINGERN!“

Man betrachte sich nur mal die Frage 6:
Das Zucker ein Naturprodukt ist, widerspricht sich allein in der Art der Herstellung:
Das Naturprodukt (die Zuckerrübe), wird gewaschen, geschnitzelt, dann ausgelaugt. Kalk wird für die Reinigung des Zuckersaftes hinzugesetzt. Ausfällung (Bei der Reaktion werden nahezu alle Vitamine durch alkalische Reaktion vernichtet). In die mit Ätzkalk vermischte Flüssigkeit wird Kohlensäure geleitet, um den Kalk zu Füllen. Die gesättigte Flüssigkeit wird in Filterpressen gepumpt um den Zuckersaft herauszutrennen. Danach erfolgt eine Behandlung mit Kalziumsulfit, eine Bleichung des Saftes mit schwefliger Säure, während man den Dünnsaft zu Dicksaft im Vakuum bis zur Kristallisation kocht. Das nachfolgende Schleudern trennt die Masse in Sirup und Rohzucker.
Dieser Rohzucker muss in Zuckerraffinerien nochmals „gereinigt“ werden: Zugabe von Kalkkohlensäure, nochmaliges Bleichen mit schwefliger Säure und Filtration durch Knochenkohle.

Im Flyer wird aber nur der Prozess (nicht die Stoffe) erwähnt und dass der von der Rübe gespeicherte Zucker in keiner Weise verändert wird.

Ich will nicht pingelig sein, aber man werfe ebenfalls nochmal der Frage 1 einen Blick zu:
Und kapiert wo der Haken ist?….
Wenn man mit „Früher“ nur bis 1971 denkt, kann man ungefähr abschätzen welche Länge der Horizont des grenzdebilen Narrs, welcher nach gutdünken diesen Flyer entwarf, zu haben scheint, wenn er diesen Aussagen ernsthaften glauben zollt.

Bei der 2. Frage sollte doch dieser Flyer deutlich zu verstehen geben, dass Zucker eine leichte Suchtsubstanz ist und deshalb minderwertige Speisen und vor allem die sehr fettreichen Convinience-Food-Produkte durch eine Überreizung der Geschmacksknospen standardmäßig unter anderem mit viel Zucker „aufgewertet“ werden. Klar macht nicht der Zucker an sich dick, sondern durch die Giftspeicherung der Zusatzstoffe in den Fettdepots des Körpers, welche eine Wassereinlagerung und somit ein Aufquellen hervorrufen.
Allerdings nur wenn der Körper es nicht mehr schafft sich zu reinigen und zu entlasten.

Zur Frage 4:
Beim Abnehmen sollte man auf Zucker verzichten. Da die einzige Möglichkeit langfristig abzunehmen, mit der überzeugten Umstellung der Ernährungs-, Bewegungs- und Denkgewohnheiten beginnt. Es empfiehlt sich das Fasten in ruhiger Umgebung. Welche defintiv ein Verzicht auf Zucker in der Zeit und einen eingeschränkter Konsum, durch weniger Verlangen, danach zur Folge haben wird.

Zur Frage 7 und 8:
Zucker verursacht beim Vorgang der Verdauung ein saures Milieu. Die Bauchspreicheldrüse benötigt ein basisches Milieu um funktionieren zu können. (Wenn dies eine lange Zeit nicht machbar ist, versagt sie ihren Dienst bis zum Zeitpunkt der basischen Regeneration) Kurzum es werden Nährstoffe verbraucht, vor allem Basen welche katalytisch die Säuren neutralisieren. Quelle der basischen Nährstoffe im Falle der Knappheit sind Haarwurzelzellen, Knochen und Zähne. Was bei der Neutralisation übrig bleibt, wird im Volksmund „Schlacken“ genannt.

Zur Frage 9:
Es wurde im erläuternden Text geschrieben:
[“Wird bei der Herstellung zu wenig Zucker genommen – also bei Konfitüren nicht nach dem altbewährten Rezept 1 Teil Zucker auf 1 Teil Früchte – so muss entweder ein chemischen Konservierungsmittel eingesetzt werden oder die Marmelade ist nicht haltbar und verdirbt rasch.“[…] –>Nocheinmal zur Wiederholung: Zucker IST ein chemisches Konservierungsmittel, das sollte jedem bewusst sein und für Mikroben scheinen gezuckerte Produkte ein wenig giftig zu sein, sonst würden sie sich deutlich rascher darüber hermachen und die Produkte würden verderben wie beispielsweise eine ungekühlte aufgeschnittene Pflaume.

Zur Frage 10:
Sollen gesunde, moderne Menschen, das heißt wenn es Menschen in dieser Kombination überhaupt gibt, doch Zucker essen, soviel ihnen Bedarf! Jeder ist seines eigenes Glückes Schmied. In diesem Sinne: Frohes Schaffen!

4 Kommentare zum Beitrag

  1. Stimme den Widersprüchen zu den im Zuckerfolder getroffenen Aussagen vollinhaltlich zu, allerdings fehlt mir leider völlig der Hinweis auf die Tatsache, dass es sich beim oben behandelten Zucker ausschließlich um den raffinierten „weißen“ Zucker handelt, und dass es auch andere Zucker gibt, die der Gesundheit nicht nur nicht schädlich, sondern sogar förderlich sind, weil sie die vielen gesunden und wichtigen Inhaltsstoffe enthalten, die dem weißen Industrie-Zucker fehlen. Roh-Vollrohr-Zucker, besonders ein Produkt der EZA-Marke, hat nicht nur viele wertvolle und wichtige Nährstoffe sondern schmeckt auch nahezu neutral, hat also keinen starken Eigengeschmack, der leider viele von der Verwendung dieses Zuckers abschreckt!

  2. Ja mit dem Zucker ist immer so eine Sache. Als Heilpraktiker habe ich den Zucker strickt meinen Patienten als ehr gesundheitsschädlich angeprießen. Mittlerweile sehe ich das anders. Da wir alle verschieden sind brauchen wir auch in der Ernährung jeder eine andere. Liegt eine Mangelerscheinung vor, kann es durchaus zu einem höheren Zuckerkonsum führen. Der Rübenzucker ist eine Mondennahrung, also alles was unter der Erde wächst. Das was über der Erde wächst ist Sonnennahrung und bringt dem Menschen ehr kosmische Kräfte. Gewiß ist der raffinierte Zucker nicht ganz so gut zu verstoffwechseln, wie Rohrohrzucker zum Beispiel. Doch wir brauchen von jedem Nahrungsmittel etwas. Schau Sie sich mal die Rübe an, schaut doch aus wie ein dicker Bankier. Ja auch die Form einer Pflanze ist entscheidend. Der Mensch ist was er ist. Ich kann verstehen, daß bei hohem Zuckerkonsum der Mensch dann dick wird. Seinen besonderen Nutzen hat Zucker, bei Menschen die ein schwaches Ich haben. Hier stärkt ehr das ich und fördert das gesunde Ego. Ist jemand mit einem sehr starken ich, dem würde ich raten, iß nicht so viel Zucker, sonst kann das Ego zu stark zur anderen Seite gehen, wenn nicht genügend moral da ist und jemand kann schnell den anderen unterdrücken wollen. Interessant was. Also alles in Maßen, außer jemand hat über Jahr keinen Zucker mehr gehabt. Hier liegt meist ein absolutes Defizit vor und das kann dauern bis es dann ausgeglichen wird. So aus meiner eigenen Erfahrung und auch in der eigenen Familie. Mit der Zuckerkrankheit noch zu erwähnen, liegt die Alterdiabetis anders als die Diabetis die Junge Menschen haben. Diabetis im Alter zu bekommen, hat nichts mit Zuckerkonsum zu tun. Sie entsteht dann durch unkontrolliert, übermäße Fastenkuren. Die Pankreas verdaut sich dann von selbst. Das passiert zum Beispiel mit dem Magen, der dann anfängt zu schrumpfen, wenn ein Mensch über lange Zeit sich meint durch Lichtnahrung ernähren zu müssen. Der Magen fängt an zu schrumpfen und verdaut sich dann von selbst. Leider tun sich schon viele Junge Menschen das an mit dem Abnehmen oder der Schönheitswahn mancher Modeschöpfer für die Models.

  3. Dieser Beitrag wurde von Thomas Kimm, Heilpraktiker abgegeben. Prinzipiell hat auch der Rübenzucker seine Berechtigung. Doch wie er verarbeitet wird aus der Zuckerrübe herraus ist eine andere

  4. Ich bin wahrlich kein Verfechter von Zucker. Im Gegenteil. Ich meide ihn, wo es geht (d. h. beispielsweise wenn ich selbst koche, backe, …).
    Allerdings plädiere ich dafür, bei den Tatsachen zu bleiben.
    Tatsache ist, dass die obige Beschreibung der Zuckerherstellung aus dem Buch „Zucker, Zucker“ von Dr. Max O. Bruker stammt, das meines Wissens irgendwann um 1960 geschrieben wurde und seither unermüdlich und vor allem unkritisch zitiert wird.
    Aktuellere Informationen findet man beispielsweise bei Wikipedia unter dem Stichwort Raffination.
    Dass Industriezucker schon seit Jahrzehnten nicht mehr mit Sulfiten gebleicht, sondern durch Umkristallisation gereinigt wird, lässt sich allerdings nicht zum Verteufeln des Zuckers nutzen.
    Dass bei der industriellen Verarbeitung des Zuckers Vitamine zerstört und Spurenelemente entfernt werden, ist richtig, aber wehe dem, der bei der Deckung seines Bedarfes an Vitaminen und Spurenelementen auf Zucker (Ursüße, Agavendicksaft oder was auch immer) angewiesen ist.

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