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Klasse Aktion: Schwäbisches Dorf verhindert O2-Mastaufbau

O2 versucht Gemeinde übers Ohr zu hauen – Baltmannsweiler Bürger setzen sich zur Wehr

Nach jahrelangen ergebnislosen Verhandlungen mit der Gemeinde versuchte O2 am vergangenen Freitag gegen den Willen von Verwaltung und Bevölkerung einen Mobilfunksendemast im Wohngebiet zu stellen. Das ließen sich die Bürgerinnen und Bürger der Schurwaldgemeinde nicht gefallen und blockierten den LKW mit einem quergestellten Gabelstapler. Bürgermeister Martin König stoppte schließlich per Polizeirecht das Abladen des Masten.

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Von Hans-Joachim Hirrlinger, Esslinger Zeitung

Das hätte sich O2-Chef Rene Schuster nicht träumen lassen: dass ein kleines schwäbisches Dorf den Mobilfunk-Giganten besiegen könnte. Nun, Sieg ist vielleicht zu hoch gegriffen, aber die Gegner einer Mobilfunkantenne im Wohnbereich der Zinkstraße in Baltmannsweiler haben gestern zumindest einen Etappensieg errungen, wie ihre Vorsitzende Claire Herrmann anschließend erklärt.
Was war geschehen? Seit fünf Jahren kämpft Baltmannsweiler, ein Dorf mit gerade mal 3500 Einwohnern, gegen eine weitere Mobilfunkantenne auf der Markung. Das ist Gemeinderatsbeschluss. Fünf Jahre wurde über einen Standort im Außenbereich verhandelt. Doch dann mauerte O2 plötzlich und wollte den Sender auf ein Technikgebäude der Telekom in der Zinkstraße 41 stellen. Die Gemeinde kann dagegen wenig tun: Die Anlage ist genehmigungsfrei, nur anzeigepflichtig. In der Nacht zum Freitag wird dann im Gebäude gearbeitet. Auf Nachfrage hieß es erst, man tausche nur ein Schloss aus, dann, die Batterien müssten gewechselt werden, berichtet eine Nachbarin. „Wie die uns ausgetrixt haben. . .“, empört sie sich im Nachhinein. Denn wenige Stunden später rangierte gestern gegen 14.30 Uhr ein Laster mit Mobilfunkmast auf der Ladefläche vor die Nummer 41. Und jetzt beginnt eine Geschichte, die stark an den Kampf eines kleinen gallischen Dorfes gegen Rom erinnert: Bis zu 100 Menschen rotten sich zeitweise um den Lastwagen zusammen. Transparente sind auch schnell organisiert: „Jeder hat das Recht auf körperliche Unversehrtheit. Auch wir“. Einer denkt weiter und greift zum Hinkelstein: Er organisiert einen Gabelstapler und blockiert damit das Abladen der Antenne von der Ladefläche (Siehe Bild: Wütende Menschen und ein Bürgermeister stoppen die Montage der Mobilfunkantenne, unter anderem mit einem Gabelstapler. Foto: Bulgrin). Das stoppt O2 erst mal. Die Polizei rückt an und muss eine Anzeige gegen Unbekannt wegen Nötigung aufnehmen. Die sechs Beamten sollen dafür sorgen, dass die Nötigung endet. Peter Schubert, Revierleiter aus Esslingen, ist dabei. Auch Bürgermeister Martin König ist jetzt aktiviert – ein Glück, denn am Nachmittag ist das Rathaus nicht besetzt. Er verhandelt mit dem Chef des Aufstellungstrupps. Derweil schlagen unter den Leuten die Wogen hoch. Gemeinderat Carlo Schlienz ist darunter und sagt aufgebracht: „Wir wollten verhandeln. Da kann man doch die Antenne nicht in einer Nacht-und-Nebel-Aktion einfach aufstellen wollen.“ Die Verhandlungsbereitschaft der Gemeinde sei von O2 nicht wahrgenommen worden. Empörung überall: „Die haben uns angelogen nach Strich und Faden.“

Der Trick mit dem Polizeirecht

Polizeioberrat Schubert versucht, die erregten Menschen zum Umdenken zu bewegen. Ihr Tun erfülle den strafrechtlichen Tatbestand der Nötigung. Schadenersatz drohe auch. Man könne den Mast doch erst mal ablegen, O2 habe für Dienstag ein Gespräch mit der Gemeinde zugesagt. Doch O2 will man nicht mehr vertrauen: „Wir können das nicht erlauben.“ Nur wenn der Mast auf dem Bauhof sicher verwahrt werde, gebe man nach. König verhandelt wieder abseits der Menge. Allerdings muss auch er wie weiland Miraculix zaubern. König weiß, dass er mit dem Baurecht nichts erreichen kann und greift zum Polizeirecht: Als oberster Ortspolizist verfügt er, weil die öffentliche Ordnung gefährdet sei, dürfe nicht abgeladen werden. Der Laster müsse wegfahren. Mit Erfolg. Der Lkw kurvt um 16.30 Uhr mit Mast aus dem Hof des Gebäudes. Rundum klatschen die Leute begeistert. Zwei Jugendliche bringen es auf den Punkt: „Irgendwie hab‘ ich das Gefühl, dass wir gesiegt haben“, sagt der eine. „Nicht gesiegt, aber erst mal gewonnen“, erwidert der andere realistisch.
Heute um 14 Uhr ist in der Zinkstraße 41 eine Demonstration geplant.

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[Quellen: diagnose-funk.org, Esslinger Zeitung]

12 Kommentare zum Beitrag

  1. Ziemlicher Schwachsinn.
    Natürlich hätte O2 die Leute nicht anlügen dürfen, aber was ist so schlimm an einem Mobilfunkmast? Die Schädlichkeit der Strahlung wurde noch nicht nachgewiesen.

  2. Scheiss-Aktion von O2, gar keine Frage. Allerdings frage ich mich gerade, wieviele der Bürger die an dieser Aktion teilgenommen haben, ein Handy besitzen und benutzen…

  3. Au Weia, darauf währe ich nicht stolz! Also freiwillig in der Steinzeit zu bleiben … Und dann auch noch so lächerliche Dinge glauben, wie die Strahlung mache uns alle krank … 🙂

    Wahrscheinlich haben sie die Informationen darüber aus Fernsehen und Radio? Und die Fernsehprogramme kommen über Kabel, Dachantenne, Satellit, Zimmerantenne (alt) oder DVB-T (Zimmerantenne neu), kurz gesagt über Strahlung.

    So wie das Radioprogramm, das da auch über Strahlung übertragen wird.

    Und jetzt möchte ich mal sehen wie sich dieses Dorf freiwillig seiner Fernseher und Radio-Geräte entledigt … 🙂

  4. Die Menschheit braucht weder Mobilfunk, noch Mikrowellengeräte zum Kochen.
    Der Preis ist zu hoch, den wir alle bezahlen mit den extremen Folgen unserer Gesundheit.(GEnschäden kommen erst später ans Licht, man bemerkt sie nicht gleich.

    Und wer Mobilfunk mit Radio und Fernsehen vergleicht, sollte sich mal ein Physikbuch kaufen oder sich mit Wilhelm Reich und Nikola Tesla beschäftigen und lieber erst mal schweigen….

    Er hat nichts kapiert und ist bereits Opfer der Verblödungsindustrie geworden.

    Was mich aber am meisten traurig macht:
    Die Kommunikationsmittel werden immer intelligenter und die Kommunikation zwischen den Menschen immer dümmer ….

    Jedenfalls hat das Volk kaum eine Stimme und schon gar nicht, wenn es um Kommerz geht. Wer das nicht kapiert hat, braucht eine Armbinde mit 3 schwarzen Punkten und einen Stirnverband.
    „Herr‘ wirf Hirn herunter!“

  5. Aber sicher braucht die Menschheit Mobilfunk und Mirkowellen. Oder zumindest der größte Teil. Mindestens ich habe mehr mit meiner Lebenszeit vor, als sie mit Telefonzellen suchen oder Backöfen vorheizen zu verschwenden.

    Ester, kannst du mir kurz erläutern, was derjenige in einem Physikbuch finden wird/sollte? Mobilfunk, Radio sowie TV sind alles Technologien, bei denen die Informationen mittels Elektromagnetischer-Strahlung übertragen wird. Einziger unterschied, Radio und TV sind schon ne Weile bekannt, Mobilfunk ist „relativ“ neu. (Und lautet hier iene Redewendung bei uns: „wat der Bauer nich kennt, frisst er nicht“)

  6. Unser Heiner L. arbeitet wohl bei einer der Mobilfunkanstalten und muss seinen Job retten ! Lach!!!!!
    Allerdings möchte ich hier betonen, dass es hier nicht um Handys und Mobilfunkantennen im Allgemeinen geht. Jeder von uns hier hat ein Handy und wir leben hier auch nicht in einem Bauerndorf. Es geht hier um eine zusätzliche und unnötige Antenne, da es seitens O2 keine Versorgungslücke gibt. Dies kann ich beweisen, da ich zufälligerweise bei 02 bin (aber nicht mehr lange) und selbst geprüft habe, ob es eine Versorgungslücke gibt.
    In diesem Sinne lieber Heiner L. vergleiche nie Kurzwellen mit Mobilfunkwellen und informier Dich lieber bei einem Experten und nicht in der Bildzeitung!!!!! Schönen Abend noch!!!!!!

  7. klareren blickes

    Super Aktion, Mensch und Bürger gegen industrielle Versklavung. Das ist nur ein Anfang liebe Industrie!

    Auf die lobby-geschwängerten Beiträge gleichgeschalteter Konsumenten hier braucht man nichts geben.

    Fortschritt definiert sich nicht nur High-Tec sondern durch Weiterentwicklung von Mensch und Tier zum Wohle derer.

    Niemand braucht ein Handy tatsächlich, die Welt ist dadurch weder produktiver, noch sicherer noch sonst was geworden.

    Ich habe keines, werde nie eines haben und werde es auch nie vermissen.

    Glück des gesunden Menschenverstandes!

  8. „Natürlich hätte O2 die Leute nicht anlügen dürfen, aber was ist so schlimm an einem Mobilfunkmast? Die Schädlichkeit der Strahlung wurde noch nicht nachgewiesen.“ Lüge einfach nur Lüge – alles ist bewiesen ca. 20.000.000 e-Smog geschädigte im Verwaltungsgebiet der BRD sind Opfer genug. Viele wissen nicht warum sie erkranken, die verdeckte Mortalitätsrate ist sehr hoch. Zur Erlangung weiteren Information gegen Sie bitte auf http://www.buergerwelle.de. Meine Familie hat 6 Jahre 108 m von einem Mobilfunkstandort in Sichtweite verbracht ohne darüber nachzudenken, erst als alle krank wurden wir unser Grundstück zu Schleuderpreisen verkaufen mußten und weggezogen sind, konnten wir den Krankheitsverlauf stoppen und umkehren. hören sie endlich auf solchen tödlichen Schwachsinn zu verbreiten. oder werden Sie dafür bezahlt. Dann sind die Teil einer Massenmörderorganisation!

  9. Es ist doch nicht nur der Kommerz, sondern die gezielte Krankmachung der Bevölkerung.

    Dieses saudumme Argument, dass „nichts bewiesen“ ist, kommt immer wieder. Es ist bewiesen, nicht nur auf dem Papier, sondern an vielen Krankheiten bei Menschen. Leider wird das nicht ernst genommen. Da werden Schlaf- und Konzentrationsstörungen, Kopfschmerzen, Schwindel und Erschöpfungszustände entweder einfach abgetan, weil man keine Ursache findet (finden will), oder noch schlimmer, es wird mit Psychopharmaka behandelt.

    Wer nicht zwischen einem Mobilfunkmast und Kabel für Fernsehen unterscheiden kann, lebt in der geistigen Steinzeit und sollte hier sein offensichtliches Unwissen nicht noch zur Schau stellen.

    Übrigens: Ich habe weder Fernsehen noch Handy und auch keine Mikrowelle und vor allem kein DECT-Telefon.

    Heiner L., bei Dir heißt es wohl: Der Heiner frißt alles was man ihm vorsetzt, weil er selber net denken kann.

  10. So, dann will Euch alle hier nicht ohne eine Antwort sitzen lassen 🙂

    @Martina, nein ich arbeite nicht bei der Mobilfunkindustrie, ich hab ’n Atomkraftwerk 🙂
    Die Frage der nicht vorhandenen Versorgungslücke lässt sich sicherlich mit Leichtigkeit nachweisen. Somit solltest du so doch leicht dem Unternehmen O2 klarmachen können, dass der Sendemast tatsächlich nicht benötigt wird.
    Allerdings erklärt mir das immer noch nicht den Unterschied der Wellen.

    @klareren blickes, kannst du dir wirklich nicht vorstellen, dass es Menschen gibt, die einfach nur anderer Meinung sind? Ohne daher gleich irgend einen Lobbyverein vertreten zu müssen?

    @Robbi, wie kommst du darauf ich könne nicht denken? Nur weil ich nicht so denke wie du? Natürlich ist eine kabelgebundene Technik nicht mit einer Funk basierenden Technik zu vergleichen, das war auch nicht mein Ziel.
    Allerdings gibt es neben dem Mobilfunk noch so viele Techniken die mittels Funkwellen funktionieren.
    Sollen jetzt alle Menschen auf Navigationssysteme in Autos verzichten weil GPS über elektromagnetische Strahlung übertragen wird? Sollen wir unsere Radios aufgeben? Das Satellitenfernsehn, die Wetterdaten, oder Radarkartographie. Was ist mit den Funkgeräten von Polizei, Feuerwehr oder anderen Rettungsdiensten? Das sind doch alles Technologien die ihr doch nicht ernsthaft in frage stellen wollt.

    Und so ganz nebenbei, ich habe tatsächlich in meinem gesamten Leben noch keine Bildzeitung gekauft 🙂 Ernsthaft jetzt.

  11. Klasse Aktion???
    Na ja – ich weiß nicht.
    Erstens muss ich dem Gros meiner Vorredner Recht geben: Es ist definitiv nicht bewiesen, ob Mobilfunkstrahlen schädlich sind.
    Zweitens: Wie konnte der Bürgermeister so schnell erreicht werden, wenn nicht mindestens einer der Demonstranten ein Handy dabei gehabt hätte?
    Drittens: Ich hoffe, die Demonstranten und der Bürgermeister sind sich über die rechtlichen Konsequenzen ihres Handelns im klaren. Das war schlichtweg Nötigung, was hier ablief. Abgesehen vom Nutzungsausfall, den O2 der Gemeinde wohl in Rechnung stellen wird. Da diese Art von Masten (unter 10 m über Gebäude- bzw. Dachschnittpunkt) baurechtlich genehmigungsfrei sind, hat die öffentliche Verwaltung auch in überplanten Gebieten keinerlei Handhabe, das Aufstellen zu verhindern…

  12. Angelo Montesinos

    ätsch..ich besitze kein Handy! Fragt mich einer warum, sage ich: Bin doch nicht bei der Feuerwehr! Auch bin ich kein Rettungssanitäter! Irgendwie ist es krank die ganze Bevölkerung mit Funkgeräten auszustatten. Wozu? Müssen wir uns alle so wichtig nehmen? Mit einem Festnetztelefon zu Hause und mit einem Anrufbeantworter bin ich bestens erreichbar. Zwar manchmal mit einer Zeitdifferenz. Ja und? Heutzutage scheint die Ungeduld und die Eile die grösste Plage zu sein. Gefördert durch diesen Mobilfunkwahn. Unschädlichkeit der Mobilfunkstrahlung? Schauen Sie mal auf der Seite der Bürgerwelle nach. Vielen Bauern sind schon die Kälber krepiert nachdem sie mit einem Mobilfunkmasten beglückt wurden. Straftatbestand der Nötigung bei einer Blockade des Mobilfunk-LKWs? Die Frage ist doch: Wer erlässt solche Gesetze und zu welchem Zweck! Wenn wir nicht mal mehr auf die Strasse gehen können-spontan ungehorsam sein-so wie es der gesunde Menschenverstand verlangt-dann ist der Weg nicht mehr weit bis zum totalen Polizeistaat!

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