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Lebensmittelkonzerne investieren eine Milliarde Euro um Warnhinweise auf Verpackungen zu verhindern

Mit der EU-weiten „Ampel“-Kennzeichnung auf den Verpackungen der Nahrungsmittel, hätte der Konsument eine gute Hilfe bekommen, gesündere Lebensmittel aus dem Supermarkt-Sortiment herauszusuchen.

Diese Hilfe wird der Einkäufer jedoch nicht bekommen. Er soll weiterhin so gut wie unwissend bleiben und „Müll“ konsumieren. Dafür sorgt die Lebensmittelindustrie mit ihrer Lobbyarbeit im Europäischen Parlament und gibt dafür über eine Milliarde Euro aus. So findet der Vorschlag der „Ampel“-Kennzeichnung keine Mehrheit im Parlament.

So einfach ist es für die Industrie. Sie muss nur etwas Geld ausgeben und schon hoppelt das Politik-Häschen nach ihrer Vorstellung.

Das Europäische Parlament übernimmt also lieber die „sinnvolleren“ Vorschläge der Industrie: Es wird eine für den Konsumenten (absichtlich) schwer verständliche Kennzeichnungspflicht eintreten, die jedoch nur den Anteil an Kalorien, gesättigten Fetten, Kohlenhydraten, Zucker und Salz pro 100 Milliliter, bzw. Milligramm, sowie den davon empfohlenen Tagesbedarf angeben wird.

Die „Ampel“-Kennzeichnung hätte den Konsumenten anhand von grünen, gelben und roten Kreisflächen deutlich darauf aufmerksam gemacht, wie gesund oder ungesund ein Produkt ist. Ein rotes Ampelsignal würde den Konsumenten darauf hinweisen, dass ein Produkt aufgrund seiner hohen Anteile an Zucker, Salz, Fett und gesättigten Fettsäuren nur gelegentlich (wenn überhaupt) verzehrt werden sollte. Produkte mit gelbem Ampelsignal können in Maßen unbedenklich verzehrt werden. Das grüne Ampelsignal symbolisiert, dass ein Produkt in größeren Mengen verzehrt werden kann oder sollte.

Somit bleibt uns weiterhin nichts anderes übrig, als uns die Inhaltsstoffe eines Produktes sorgfältig anzuschauen und uns entsprechendes Wissen darüber anzueignen, welche Inhaltsstoffe in Ordnung sind oder welche uns krank machen können.

Medizinische Organisationen, Verbraucherschützer, sowie viele Konsumenten sind über die Entscheidung der Parlaments zutiefst verärgert. Der britische EU-Abgeordnete Glenis Willmott beschwert sich darüber, dass die „Ampgel“-Gegner im Parlament auf umständliche und schwer verständliche Kennzeichnungen setzen, die es den Konsumenten schwierig machen sollen, Klarheit über die Produkte, die sie in ihren Einkaufswagen legen, zu bekommen.

Dailymail.co.uk:

Food firms spend millions on push to kill ‚traffic light‘ labelling that would identify unhealthy products
Food companies are spending millions of pounds to kill off a system of ‚traffic light‘ warning labels that would help customers identify unhealthy products. (Read more…)

Euobserver.com:

MEPs reject ‚traffic light‘ food labels after €1bn lobby effort
EUOBSERVER / BRUSSELS – MEPs on Wednesday (16 june) approved legislation revamping the way food and drinks are labelled, aiming to make how healthy or unhealthy a product is easily understandable by consumers who are often bewildered by the multiplicity of facts slapped on to the back of a can of Coke or a box of Cornflakes. (Read more…)

2 Kommentare zum Beitrag

  1. wenn nestl** draufsteht, dann weiß man doch sowieso schon dass schei** drin ist..

  2. Zugegeben: Für den desinteressierten bzw. eher unwissenden Kunden wäre die Ampel eine Erleichterung gewesen. Auf der anderen Seite machen wir uns aber nichts vor: Ungesunde Inhaltsstoffe wären auch mit der Ampel nicht leichter erkennbar. Ob mit oder ohne Ampel: Man muss das Kleingedruckte lesen. Dafür ist jeder Einzelne selbst verantwortlich.

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