OrganicAlpha
Startseite > Big Pharma > Medikamente > Medikamente in Deutschland doppelt so teuer wie in anderen Ländern

Medikamente in Deutschland doppelt so teuer wie in anderen Ländern

Die Pharmaindustrie schröpft Deutschland mit stark überhöhten Medikamentenpreisen.

Laut dem Arzneiverordnungs-Report 2010 (AVR) sind Medikamente in Deutschland um 50 bis 100 Prozent teurer als in anderen Ländern Europas. Tendenz ist weiterhin steigend, die Kosten nehmen Jahr für Jahr zu (wobei die Kosten für Impfungen nicht mitberechnet wurden – man denke nur mal an die gigantischen Ausgaben für den sinnlosen Schweinegrippe-Impfstoff!). So stiegen die Kosten 2008 um 5,3 Prozent und 2009 nochmal um 4,8 Prozent an.

2009 legten auch die Krankenhauskosten um knapp 7 Prozent zu. Ärztliche Behandlungen stiegen auch um mehr als 7 Prozent weiter an.

Die Kosten steigen und steigen Jahr für Jahr. Aber was passiert mit der Volksgesundheit? Haben Sie die Augen aufgemacht? Die Gesundheit der Bürger geht weiterhin zugrunde. Zivilisationskrankheiten wie Krebs, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes, Alzheimer, usw. nehmen weiterhin zu. Wo ist die „Rechtfertigung“ für die wachsenden Ausgaben? Würden die Menschen gesünder werden, könnte man das ja noch irgendwie vertreten, aber wo ist der medizinische „Fortschritt“? Der bleibt aus. Der war nie da!

Der Report sagt aus: Wären die Medikamentenpreise etwa so wie z.B. in Schweden, könnten die Krankenkassen jährlich mehr als 9,5 Milliarden Euro an Kosten einsparen! Die Pharmaindustrie hat natürlich ein starkes Interesse daran, die Medikamentenpreise in Deutschland möglichst hochzuhalten; und wie wir deutlich sehen können, richten sich unsere werten Lobbyisten in der Politik nach diesen Vorstellungen ihrer Geldgeber.

Andere EU-Länder regulieren die Medikamenten-Preise durch einen internationalen Vergleich. In Deutschland kann sich die Pharmaindustrie austoben. Sie kann sich nach den Grunsätzen der „freien Marktwirtschaft“ ihre Preise auf patentgeschützte Medikamente frei festlegen.

Weiterführende Links:
Prof. Ulrich Schwabe (Mitautor des AVR): Arzneimittelausgaben wachsen weiter (PDF)

Der AVR informiert seit 1985 regelmäßig über Neuheiten und Preisverläufe auf dem deutschen Pharmamarkt. Dafür werden jedes Jahr 740 Millionen Arzneimittelverordnungen von mehr als 138.000 Ärzten ausgewertet. Dem Dokument wird so viel Gewicht beigemessen, dass bereits Pharmakonzerne gerichtlich dagegen vorgingen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.