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Patente auf Lebensmittel, die keine mehr sind

Von Johannes, via Schnittpunkt2012:

In den USA gibt es eine besonders teuflische und skurile Möglichkeit, nicht nur enorm Geld zu scheffeln, sondern auch weltweit bei verduzten Unternehmern und Bauern abzukassieren. Wie? Man lässt einfach die DNA eines Nutztiers oder einer Nutzpflanze patentieren! Eigentlich unglaublich, dass etwas, was die Natur, die Evolution und später dann die menschlichen Züchtungen hervorbrachten, von einem Menschen oder einem Unternehmen weltweit quasi monopolistisch als Urheberecht in Anspruch genommen werden kann! Der äusserst umstrittene und offensichtlich in der Obhut und unter Schutz der amerikanischen Regierung befindliche Megakonzern Monsanto hält einige dieser unglaublichen Patente – ua. ein Patent der DNA von Schweinen!

Ein britisches Unternehmen versucht gerade das Patent auf eine besondere Züchtung von Brokkoli, angeblich ein besonderes Anti-Krebs-Gemüse, über den europäischen Gerichtshof zugestanden zu bekommen. Mittels genetischen Markern wurden jene Faktoren identifiziert, die den schlussendlich gekreuzten Brokkoli zum Anti-Krebs-Brokkoli machen. Ein hoher Profit wäre vorprogrammiert!

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Das Brokkoli Patent – Dürfen Pflanzen einer Firma gehören?

Ein Beitrag aus dem SWR Magazin ‚Zur Sache Rheinland-Pfalz‘ vom 27.10.2011

Videolink: https://youtu.be/GuUr-UXTGDc
Tomaten, die kaum Wasser brauchen, Melonen, die gegen Viren resistent sind, und Brokkoli, der besonders viele gesundheitsfördernde Senföle enthält. Züchtungen, die den Menschen nutzen können. Doch was, wenn eine Firma sich diese Pflanzen durch ein Patent schützen lässt und künftig die alleinigen Rechte an ihnen besitzt?

Wenn das möglich ist, so die Kritiker, sichern sich Chemiekonzerne immer mehr Monopolrechte und werden langfristig die gesamte Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion kontrollieren.

Unter dem Motto „Kein Patent auf Leben“ demonstrieren Gegner diese Woche in München vor dem Patentamt. Das soll nämlich entscheiden, ob eine englische Firma sich ihre Brokkolizüchtung schützen lassen darf.

Auch die Bauern in der Pfalz, dem „Gemüsegarten Deutschlands“ sind entsetzt. Werden sie bald darauf angewiesen sein, teures Saatgut von internationalen Konzernen zu kaufen?

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