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Scherf nennt Gesundheitssystem verfassungwidrig

Frankfurt – Bremens früherer Bürgermeister Henning Scherf (SPD) hält das deutsche Gesundheitssystem für „barbarisch“ und „verfassungswidrig“. „Wer das deutsche Gesundheitssystem genau betrachtet, erkennt schnell ein Zwei-Klassen-System“, schreibt Scherf in seinem Buch „Gemeinsam statt einsam“, aus dem die Frankfurter Rundschau am Mittwoch vorab einen Auszug abdruckte.

„Wer zum einkommensschwächsten Viertel der Deutschen gehört, stirbt – statistisch gesehen – zehn Jahre früher als jemand aus dem reichsten Viertel.“ Das sei barbarisch. Die Bevölkerung werde weiter gespalten, weil „immer mehr medizinische Leistungen privat bezahlt werden müssen“, so Scherf in seinem Buch. So treffe die Praxisgebühr vor allem Arme, die krank zu Hause blieben, weil ihnen die zehn Euro extra für den Arztbesuch fehlten.

„Hier ist unser Gesundheitssystem auf ein falsches Gleis gesetzt worden.“ Dabei gesteht der SPD-Politiker auch eigene Fehler ein, schließlich habe er als Landespolitiker die Reform ja mitgetragen.

„Doch wir haben bei unserem Versuch, das Gesundheitswesen finanzierbar zu machen, gegen unseren Willen dazu beigetragen, dass wir heute eine neue Klassenmedizin in der Republik beklagen müssen und eine medizinische Versorgung haben, die verfassungswidrig ist. Denn es betrifft die Menschenwürde, wenn meine Krankheiten nicht hinreichend behandelt werden – nur, weil ich kein Geld habe.“ © kna/aerzteblatt.de

[Quelle: aerzteblatt.de]

Ein Kommentar zum Beitrag

  1. Wo der Mann Recht hat da hat er Recht. Wenn er das so genau erkannt hat hätte er seine Kritik am Gesundheitssystem auch an anderer Stelle anbringen können. Dass er ein Buch dafür braucht ist schon etwas komisch. Wenn der Herr Scherf unser so hoch gelobtes Gesundheitssystem für „barbarisch“ und „verfassungswidrig“ hält frage ich mich: Warum empfinden das nicht alle so und warum wird es dann nicht geändert? Ich persönlich ärgere mich schon lange über Eintrittsgeld bei meinem Doktor und Leistungskürzungen meiner Krankenkasse sowie Zuzahlungen bzw. volle Kostenübernahme bei etlichen Medikamenten und Hilfsmitteln.

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