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Schlachthofkultur: Kultur des Versagens

Das große Fressen. Nicht im Film, sondern in der internationalen Realität. Zwar wächst die Zahl der auf Erden Hungernden unablässig weiter und passierte im vorigen Jahr die Milliardenmarke. Aber zugleich legte die UN-Ernährungsorganisation eine Prognose vor, der zufolge die Fleisch-»Produktion« weltweit von derzeit 228 Millionen Tonnen auf 463 Millionen Tonnen im Jahr 2050 steigt.

Beste Aussichten also auch für europäische Tierfabriken, ihre »Produkte« in jene Länder zu exportieren, die bislang noch nicht so stramm mithalten konnten mit der exzessiven Esskultur der Industriestaaten. Esskultur? Schlachthauskultur trifft es wohl genauer. Töten im Takt und im Akkord. Immer schneller und immer mehr. Sind das die laut Lissabonner Reformvertrag besonders zu berücksichtigenden »kulturellen Traditionen«?

Die Vermutung liegt nahe. Denn die Polizeistaatsmethoden, die derzeit die österreichischen Behörden bei Tierrechtsaktivisten zum Einsatz bringen, richten sich prononciert gegen eine Bedrohung der Schlachthauskultur und der mittels dieser erwirtschafteten Profite. Auf der Anklagebank sitzt eine andere Kultur – die des zivilen Widerstandes und Ungehorsams für den Schutz wehrloser Kreaturen. Mit einer zusammengeschusterten Anklage und der Instrumentalisierung des Mafia-Paragrafen im österreichischen Strafgesetzbuch werden die von den 13 Beschuldigten repräsentierten Organisationen und Aktivitäten von der Justiz in die Nähe des Terrorismus gerückt.

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