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Schweinegrippe: Mexiko-Virus alarmiert Behörden weltweit

Kommentar: Hier muss man sich natürlich auch wieder zuerst fragen: Wo kommt das Virus her? Wer profitiert davon? Wie gefährlich ist es wirklich? – Vielleicht nur eine Panikmache?

Das in Mexiko grassierende gefährliche Grippevirus hat die internationalen Gesundheitsbehörden alarmiert. Nach Ansicht der Weltgesundheitsorganisation (WHO) könnte sich das Virus weltweit ausbreiten und damit zu einer Pandemie werden. Mehrere Länder der Region, darunter Nicaragua, Kolumbien und Brasilien, erhöhten ihre Kontrollen. An Flughäfen wurden aus Mexiko kommende Passagiere speziell untersucht, ankommende Waren kontrolliert. Sogar in Japan mussten sich am Samstag alle Passagiere eines Fluges aus Mexiko Fieber messen lassen, um ein Einschleppen der Schweinegrippe zu verhindern. In Mexiko fällt der Schulunterricht bis auf weiteres aus, Großveranstaltungen wurden abgesagt.

Die Infektion habe das „Potential einer Pandemie“, sagte WHO-Generaldirektorin Margaret Chan am Samstag in Genf. Die WHO berief eine Dringlichkeitssitzung ihrer Infektionsexperten ein. Wenn das Gremium die Gefahr eine über Mexiko hinausgehenden Verbreitung der Infektion sieht, könnte es Reise- oder Handelsbeschränkungen empfehlen. Das Auswärtige Amt in Berlin änderte seine Reisehinweise für Mexiko zunächst nicht.

Von Mensch zu Mensch übertragbar

Auch das Robert Koch-Institut in Berlin warnte vor einer möglichen Ausbreitung in andere Länder. Die Fälle aus Mexiko und den Vereinigten Staaten zeigten, dass das Virus von Mensch zu Mensch übertragbar sei, sagte Sprecherin Susanne Glasmacher. „Wir sind im Gespräch mit den Bundesländern, um Empfehlungen für Flughäfen zu geben.“ Weil es sich um ein neues Virus handele, könne es noch keinen Impfstoff gegen die Schweinegrippe geben.

Es seien bisher 62 Menschen in Mexiko an Grippe gestorben, bestätigte die WHO-Sprecherin, Fadela Chaib, in Genf. Davon ist in 18 Fällen die spezielle Virusvariante bereits als Schweinegrippe (A/H1N1) identifiziert worden. Bei 42 weiteren Grippetoten sei das neue Virus noch nicht nachgewiesen, hieß es. In den Vereinigten Staaten waren acht Menschen – vor allem an der Grenze zu Mexiko – durch das Virus A/H1N1 an Grippe erkrankt, einer von ihnen musste vorübergehend in einer Klinik behandelt werden. Allen gehe es inzwischen aber wieder besser.

Die mexikanische Regierung berichtete laut WHO von mehr als 860 Menschen allein in Mexiko-Stadt, die seit Mitte März an Lungenentzündung erkrankt sind oder waren. Gesundheitsminister José Ángel Cordova sagte jedoch, es seien bisher weniger Fälle aufgetreten. Für Ein- und Ausreisen gab es bislang keine Beschränkungen. Sowohl in Mexiko als auch in den Vereinigten Staaten hatte das Virus typische Grippe-Symptome wie Schnupfen, Husten, hohes Fieber und Halsschmerzen ausgelöst. Vor allem in Mexiko hatten sich daraus Lungenentzündungen entwickelt.

Universitäten geschlossen, Fußballspiele ohne Publikum

Die Mexikaner ergriffen unterdessen umfangreiche Maßnahmen, um eine Ausbreitung der Epidemie zu verhindern. Bereits am Freitag waren alle Schulen und Universitäten geschlossen worden. Großveranstaltungen in der Hauptstadt mit ihren rund 20 Millionen Einwohnern und im Staate Mexiko wurden abgesagt. Wichtige Fußballspiele werden ohne Publikum ausgetragen. Nach Fernsehberichten ging die Zahl der Besucher von Restaurants und Bars, sowie Theater und Kinos um rund 40 Prozent zurück. In und vor Apotheken und Drogerien standen die Menschen an, um sich mit Mundschutzmasken einzudecken.

Die Virusvariante von A/H1N1 war laut WHO bisher nicht in Schweinen oder beim Menschen identifiziert worden. Studien zufolge tragen allerdings bis zu 50 Prozent aller Schweine in Herden in den Vereinigten Staaten den Erreger in sich. Bei vielen der infizierten Menschen in den Vereinigten Staaten steht aber schon jetzt fest, dass sie keinen Kontakt mit Schweinen hatten. Somit bleibt es für die Fachleute vorerst ein Rätsel, wie sie sich angesteckt haben. Gesundheitsminister Cordova äußerte die Vermutung, das Virus sei von außen nach Mexiko eingeschleppt worden.

Ausbreitung auf junge Erwachsene macht Sorgen

Die WHO spricht davon, dass die Ausbreitung der Grippe vor allem auf junge, sonst gesunde Erwachsene, Sorgen bereite. Die Genfer Organisation steht in ständigem Kontakt mit den Behörden in Mexiko und den Vereinigten Staaten sowie anderen Ländern der Region. Das für Notfälle zuständige Strategische Gesundheitsoperationszentrum (Strategic Health Operations Centre) der Organisation sei im Einsatz, sagte Sprecherin Chaib.

Der Ausbruch des Virus in Nordamerika, so eine Sprecherin des WHO, stelle einen „Notfall der öffentlichen Gesundheit im internationalen Ausmaß“ dar. Das Wissen über die Eigenschaften des neuen Grippevirus und die Art seiner Ausbreitung sei aber noch zu lückenhaft, um weitere Maßnahmen zu empfehlen. Das teilte die UN-Organisation am Samstagabend in Genf nach einer Sitzung ihres Notfall-Komitees mit.
Quelle: FAZ.NET

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