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Studie: Schläge senken den IQ von Kindern

San Diego/ USA – „Ein Klaps hat noch niemandem geschadet“, mit diesem und ähnlichen Sprüchen haben Generationen von Eltern Prügel gegenüber ihren Kindern rechtfertigt – und tun es viel zu oft auch heute noch. Eine aktuelle Studie belegt nun, wie falsch diese Aussage auch aus Sicht der mentalen Entwicklung der Kinder ist.

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Grafik: Züchtigungsrecht in Europa, Stand Juli 2007.
Legende: rot = Züchtigungsrecht für Eltern und Lehrer; blau = Züchtigungsrecht für Eltern; grün = kein Züchtigungsrecht.
Copyright/Quelle: Esurnir / GNU FDL, wikipedia.de

Menschen, die als Kind geschlagen wurden haben durchschnittlich einen niedrigeren IQ, so die Kernaussage einer Studie unter Professor Murray Straus von der University of New Hampshire, die auf einer internationalen Konferenz über Gewalt, Misshandlung und Traumata in San Diego vorgestellt wurde.

Anhand der Studie an 806 Kindern im Alter von 2 bis 4 Jahren und 704 Kindern von 5 bis 9, zeigte sich, dass Schläge in der Kindheit den IQ zwischen 2,8 und 5 Punkten verringern können. Wie stark sich die Prügel auf diese Reduzierung auswirkt, hängt erwartungsgemäß von der Häufigkeit der Schläge ab: „Je mehr Schläge ein Kind erfährt, desto langsamer verläuft seine mentale Entwicklung“, so Straus. „Doch selbst kleine Mengen von Schlägen machten schon einen deutlichen Unterschied.“

Hinzu untersuchten die Wissenschaftler die öffentliche und allgemeine Einstellung gegenüber der Prügelstrafe als Erziehungsmaßnahme von Kindern in 32 Ländern, indem sie 17.404 Studenten an Universitäten dieser Länder befragten. Auch hier zeigte sich, dass der durchschnittliche IQ in Ländern, in welchen die erzieherische Prügelstrafe noch immer akzeptiert und weitläufig angewandt wird, niedriger liegt.

Die stärkste Verbindung zwischen körperlicher Züchtigung und dem Intelligenzquotienten fanden die Forscher jedoch bei jenen Studenten, deren Eltern diese auch noch als Teenager geschlagen hatten.

Straus glaubt, dass die zumindest subtil stetig drohende Prügelstrafe bei den Kindern chronischen Stress verursacht, der post-traumatische Stress-Symptome bei den Betroffenen hervorruft und so die mentale Entwicklung behindert.

Wie die „latimes.com“ berichtet, hatte schon eine frühere Studie gezeigt, dass viele Kinder gerade in ärmeren Familien schon im Säuglings- und Kleinkindalter geschlagen werden und sich dies schon bei Dreijährigen in einer Verzögerung der sozial-emotionalen Entwicklung auswirkt.

Angesichts der Ergebnisse fordern Straus und Kollegen gegen die Akzeptanz der Prügelstrafe von Kindern vorzugehen, wenn nötig sogar durch strengere Gesetzte.

In Deutschland wurde im Jahr 2000 das „Züchtigungsrecht“ der Eltern gegenüber ihren Kindern durch eine Änderung des Bürgerlichen Gesetzbuchs (BGB) ausdrücklich abgeschafft. Nach der Verschärfung des Paragrafen 1631 BGB haben Kinder damit ein ausdrückliches „Recht auf gewaltfreie Erziehung“ und „Körperliche Bestrafungen, seelische Verletzungen und andere entwürdigende Maßnahmen sind unzulässig“ (Quelle: wikipedia.de).

Weitere Informationen zur Studie finden Sie HIER

[Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / unh.edu / latimes.com / wikipedia.de]

Fragen an den Leser: Ab wann spricht man von Gewalt in der Erziehung? Fängt es schon bei einem Klaps an? Bei einer saftigen Ohrfeige oder muss man erst den Kochlöffel herausholen?
Ist es möglich Kinder – vor allem sehr schwierige – ohne solche Maßnahmen zu erziehen und ihnen dabei noch die Grenzen aufzuzeigen, ihnen die richtigen Werte zu vermitteln?

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5 Kommentare zum Beitrag

  1. a was ist das wieder für eine lausige studie. ein tritt in den hintern hat noch nie geschadet. was ist wenn mein kind beim skaten oder velofahren auf die fresse fliegt? umso mehr sport er macht umso dümmer wird er?? alles fürn arsch!

  2. Habe die Studie gelesen. Resultat:
    Der Kausalzusammenhang ist nach dem Lesen nicht ersichtlich:
    1.) Der Einfluss der Bildung der Eltern wurde nicht ausreichend gewürdigt. Dies bedeutet, dass die unterschiedlichen Bildungsgrade der untersuchten Gruppen nicht bewertet wurde.
    2.) Es wird in der Studie selbst festgehalten, dass der massgebliche Einfluss nicht die körperliche Strafe sondern die mangelnde Kommunikation ist, um danach diffus über die möglichen direkten Auswirkungen zu schwadronieren.
    3.) Es wird explizit eingeräumt, dass nicht geprüft werden konnte, wie die Auswirkungen sind, wenn sehr wohl mit dem Kind zuerst geredet wird und dies nur die letzte Massnahme ist.
    4.) Es wird spontan ein Zusammenhang zwischen Agressivität, sexueller Verbrechen und dergleichen mehr gesehen. Alle Evidenz spricht jedoch dagegen: Die schweren Verbrechen durch jugendliche haben bei abnehmender körperlicher Strafe im mittel stets zugenommen. Die fehlende Angst vor Strafe tut das ihre, denn gewisse Angst ist gut. Eine Antwort darauf, wie der Umgang von „straflos“ erzogenen Menschen mit der Strafgesetzgebung ab später Jugend funktionieren soll (die Träume, man bräuchts so etwas nicht, sind bei allen eernsthaft denkenden Personen geplatzt), bleibt Herr Strauss in seiner Studie schuldig.

  3. Die Karte oben ist falsch:
    Ein Züchtigungsrecht gibt es in Grossbritannien schon lange nicht mehr. Selbst wenn ein solches noch gesetzlich vorhanden wäre, sieht die Rechtspraxis ganz anders aus. Der Konflikt der Eltern ist dementsprechend hoch: Angst vor den Kindern vs. Angst vor Denunziantentum.

    Wenn gewisse Regeln nicht durchzusetzen sind, dann werden die Eltern zu Sklaven ihrer Kinder. So gibt es heute mehr Eltern, die man vor den Kindern schützen muss, als umgekehrt ( Punkt 4 zuvoriger Beitrag).

    Es ist doch paradox, wenn die Gesetzgebung dem Kind erlaubt die Eltern zu schlagen (ist noch Kind, deshalb straffrei) und die Eltern die angemessenen Grenzen nicht setzen dürfen (Körperverletzung schon nur bei Andeutung eines Klapses). Nachher erwartet man, dass die erwachsenwerdenden Kinder diese Angewohnheiten sein lassen.
    Entspringen die Ideen der Träumerei oder einem bewussten Terror?

  4. Michael Zamorra

    Die Einwände des Vorkommentators sind bestechend. Wie dem auch sei, mein Bruder und ich haben von unserer Mutter in den ersten 10 Jahren und in den folgenden 3 einiges an Prügel und Backpfeifen abgekriegt.
    Bei mir ist mir bekannt, wie meine Mutter mir später mal sagte, daß bei dem 2 tägigen Bayer AG psychologischen Einstellungstest im Alter von 15 Jahren ein IQ von 137 festgestellt wurde. Mein Bruder ist angestellter Jurist in der IHK Düsseldorf. Ich selbst habe mein Abitur auf dem 2. Bildungsweg gemacht und studiere zZ Psychologie an der Fernuni Hagen.

  5. Schon was davon gehört, dass ein IQ-Test überhaupt nichts über die Intelligenz aussagt?

    Nun, die Studie an sich halte ich nicht für ganz einwandfrei, zumal es doch mehrere Faktoren in einer Erziehung gibt, die auf die Intelligenz des Kindes Einfluss nehmen.

    Aber dass Gewalt in der Erziehung keine positiven Auswirkungen hat, halte ich für durchaus richtig.

    Die natürliche Entwicklung der Intelligenz des Kindes könnte sehr wohl beeinflusst werden. Die Frage ist aber noch, wie das Kind geschlagen wird und wie oft. Und ganz wichtig, ob die Kommunikation stimmt, d.h. ob dem Kind auch erklärt wird, warum es soeben eine Ohrfeige bekommen hat. Die richtige Kommunikation bleibt leider meist aus. Kinder fangen vielleicht an zu gehorchen. Aber nicht, weil sie verstehen, sondern weil sie Angst haben – vor ihren eigenen Eltern. Ist das richtig?

    Halten wir aber fest, dass Gewalt doch immer dann dort anfängt, wo der Verstand aufhört. Was bedeutet, dass wenn Eltern ihr Kind schlagen, sie oft nicht mehr weiter wissen; wie sie sonst dem Kind beibringen können, sich anders zu verhalten. Erziehung ist eben auch keine einfache Sache. Aber deshalb heißt es auch, dass Kinder die besten Lehrmeister sind. Eltern müssen auch verstehen lernen, warum ein Kind sich gerade so verhält, wie es sich verhält. Es gibt immer gute Gründe dafür. Außerdem müssen Eltern sich ernsthaft fragen, was sie selbst dem Kind widerspiegeln!

    Ganz klar ist, dass Gewalt in der Erziehung sehr wohl Einfluss auf die Psyche eines Kindes nimmt. Darüber gibt es immer häufiger Studien. Viele anerkannte Psychologen, Pädagogen halten nichts davon, das Kind zu schlagen.

    Und der Spruch “Ein Klaps hat noch niemandem geschadet” oder „Ich habe auch keine Schäden davon getragen“, ist doch schon wirklich primitiv oder nicht?! – Wenn doch die Eltern nicht mal verstehen, warum ein Kind sich so schlimm aufführt, wie wollen sie dann etwas davon verstehen, was Gewalt für Auswirkungen haben kann?

    Es gibt Völker und Stämme, die würden niemals auf die Idee kommen, einem Kind Gewalt anzutun. Seit Jahrhunderten und Jahrtausenden nicht. Faszinierend dabei ist, dass ihre Kinder sehr wohl gehorchen, es sind die liebsten und glücklichsten Kinder der Welt.

    Wieso funktioniert es in unseren Breiten nicht? Wir sind doch sehr geprägt von vielen negativen Faktoren in Vergangenheit und Gegenwart.

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