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Lebensmittelknappheit und Urwaldvernichtung für den Biosprit

Statt Urwald immer mehr Palmölplantagen. Palmöl für unsere Küchen, Kosmetik und Biokraftstoffe.
report MÜNCHEN zeigt aktuelle Bilder aus Borneo und von der dortigen Ökokatastrophe. Eine verheerende Klimabilanz ist die Folge, doch Teile der EU-Kommission wollen das offenbar verschweigen.

Florian Siegert. Seit 15 Jahren kämpft der Geo-Wissenschaftler im Auftrag des Weltklimarates für den Regenwald. Und gegen die Feuerfronten in Indonesien. Prof. Florian Siegert, Ludwig Maximilians-Universität München: “Alles ist tot. Das Feuer hat sich, wie man hier sehen kann, einen halben Meter tief in den Torf hinein gegraben und ist unter den Bäumen durchgebrannt.”

Prof. Jürgen Schmid, Frauenhofer-IWES-Institut/Uni Kassel, Wissenschaftlicher Beirat der Bundesregierung: “Wir haben der Bundesregierung empfohlen, die Förderung von Biotreibstoffen komplett einzustellen.” Eine Ökokatastrophe unvorstellbaren Ausmaßes. Das Land hier soll offenbar vollständig für Palmölplantagen geräumt werden. Auf einer riesigen Fläche, so groß wie das Saarland, sind Urwald und Torfsümpfe vollkommen zerstört, mit dramatischen Folgen für das Weltklima.

Prof. Florian Siegert, Geobiocenter LMU München: “Es wird geschätzt, dass durch Entwaldung ca. 20 % der gesamten CO2-Emissionen auf der Erde verursacht werden, und dabei spielen tropische Regenwälder eine sehr, sehr große Rolle.” Das Palmöl geht nach Europa, als Biosprit und Kraftstoff in Blockheizkraftwerken, für die die Kraftwerksbetreiber eine Menge Subventionen kassieren.

Palmöl mit einer verheerenden Klimabilanz – doch Teile der EU-Kommission wollen das offenbar lieber verschweigen. report MÜNCHEN liegen interne Unterlagen vor. Neue Erkenntnisse zur Urwaldvernichtung durch die Biosprit-Nachfrage wurden offenbar über Monate unterdrückt. Wörtlich heißt es in einer vertraulichen E-Mail: “Hypothetische Werte einer indirekten Landvernichtung… sollen aus dem Text entfernt werden”. Soll hier die ungebremste Vernichtung des Urwaldes verschleiert werden?

Die EU versteckt sich hinter der sogenannten Nachhaltigkeitsregelung. Ab 2011 soll für subventionierten Biosprit kein Primär-Regenwald mehr abgeholzt werden dürfen. Ein Etikettenschwindel mit Methode, denn diese Nachhaltigkeit gilt nur für Kraftstoffe. Wer aber Palmöl für Lebensmittel anbaut, muss auch künftig keine Nachhaltigkeitsanforderungen erfüllen.

Das bedeutet: Auch in Zukunft darf Regenwald für die Nahrungsmittelproduktion gerodet werden, auf den alten Plantagen wird dann Palmöl für Biokraftstoffe angebaut. Die Plantagen werden einfach umetikettiert, grün gewaschen. Die Abholzung des Urwaldes geht weiter.


Videolink: https://youtu.be/E9JgA4v-Bqw

arte Reportage – Die Biosprit-Lüge

Die „Bio-Lüge“ um die „Bio“-Kraftstoffe

Es beginnt mit dem Fällen der großen alten Bäume, den Merantis und den Ramin, dem kostbaren roten Tropenholz – es wird zu Gartenmöbeln oder Terrassenböden verarbeitet. Holz minderer Qualität ist Rohstoff für Einweg-Küchentücher und Billigstkopierpapier. In wenigen Stunden verändert sich das Land: der Millionen-Jahre alte Urwald verschwindet unter dem Ansturm der modernen Baumfäll- und Holzverarbeitungsmaschinen.

Mit den Bäumen verschwindet die Artenvielfalt, und sie kehrt absolut endgültig nicht wieder zurück. Die Entwaldung schreitet in Indonesien so schnell fort wie in keinem anderen Land der Erde: alle 15 Sekunden verschwindet ein Waldstück in der Größe eines Fußballfeldes. Dann kommen noch die Feuer in der Trockenzeit, mit Absicht entfacht – sie brennen wochenlang und vernichten gewaltige Urwälder.

Diese Brände und der damit verbundene gigantische Ausstoß an CO2 rücken Indonesien nach China und den USA an die dritte Stelle der größten „Produzenten“ von Treibhausgasen in der Welt. An Stelle des Urwalds pflanzen Konzerne bombastische Monokulturen von Ölpalmen, ein Rohstoff um Treibstoff für Autos daraus zu destillieren – für die „Investoren“ eine rentable Sache, auf kurze Sicht.

Das Europäische Parlament hat beschlossen, darauf bei der Einfuhr bis 2010 eine Steuer von 5,75 Prozent für „Bio“kraftstoffe zu kassieren und bis 2020 von 10 Prozent.

Die Folge davon ist, dass ungeheure Mengen von Palmöl zu uns importiert werden – denn es ist viel billiger als Rapsöl, auch weil hierbei viel weniger Handarbeit anfällt.

Die beiden größten Produzenten von Palmöl, Indonesien und Malaysia, erweitern die Ölpalmen-Monokulturen auf ihren Böden. Für sie ist es eine „grüne Straße“ zum Wohlstand aber mit dramatischen Folgen: der Urwald verschwindet und mit ihm der unersetzliche Schatz der Artenvielfalt. Ganz offensichtlich ist der Mensch nicht klug genug oder einfach zu gierig den Wert der Biodiversität zu erkennen.

Videolink: https://youtu.be/q1U1SP2sqRo

Weiterführender Link:
Staatsterrorismus an der Biospritfront – Willkürpreise und Lebensmittelherstellung gefährdet

3 Kommentare zum Beitrag

  1. 1. ist CO2 weder gefährlich noch verstärkt es nachweislich den Effekt der Treibhausglocke.

    2. Ich bin auch kein Fan von Biodiesel oder Palmölplantagen aber über 80% des Regenwaldes werden abgeholzt für Soja und Maisanbau, dies auch noch gentechnisch verändert, um als Futter für die grausame Tiermast verarbeitet zu werden.

    Wir müssen keine Tiere essen aber Biosprit ist immer noch 10 x besser als Benzin und Öl zu verbrennen. Noch besser wäre natürlich Autos zu reduzieren oder Flugzeuge etc. oder endlich Fahrzeuge mit Implosionsmotoren zu bauen.

    Der Regenwald ist wirklich unersetzlich in seiner Schönheit, Artenvielfalt und Heilkraft und trotzdem muss man wissen dass fast 90% des Sauerstoffs den der Mensch braucht von den Meeren kommt und die Meere sind ökologisch betrachtet über 50% durch Öl und Chemikalien am Sterben .

  2. Hallo Melissa,

    zu 1: absolut korrekt. In den TV-Reportagen von heute schafft man es nicht mehr, das CO2-Märchen wegzulassen. Die müssen es immer wieder erwähnen, damit es auch irgendwann mal wer glaubt. (Dazu kommt es aber nicht mehr)

    zu 2: auch hier stimme ich dir vollkommen zu. Der Fleischkonsum hat bisher schon in verheerendem Ausmaße dazu beigetragen unvorstellbare Flächen von Wäldern zu vernichten und im nachhinein in wertlose Böden zu verwandeln.
    Kommt jetzt zusätzlich die groß angelegte Rodung für Biosprit hinzu – etwa im gleichen Verhältnis wie für den Fleischkonsum, oder sei es auch etwas weniger – dann haben wir es schon bald geschafft und wir können uns für Mutter Erde freuen, dass sie uns endlich losgeworden ist.

    Ist Biosprit besser als Benzin?
    Das Produkt an sich vielleicht…, aber die Folgen für die gesamte Natur sind mindestens(!) genauso schlimm. Wenn die Wälder abgeholzt werden für Biosprit, dazu noch der Einsatz von Gentechnik, Monokulturen, Pestiziden, usw. usf…. Wo sind wir denn da besser dran? Das ist quasi vom Regen in die Traufe. Da haben wir nichts verbessert – ganz im Gegenteil. Wir müssen völlig andere Wege gehen.

    Der richtige Weg besteht darin, die Technologien zu nutzen die nachhaltig sind und nichts zerstören, sondern erhalten. Tesla, Schauberger, Reich, usw…. habens schon lange vorgemacht.
    Die Technik gibt es schon lange.
    Aber Geld, Geld, Geld ist viel wichtiger.

  3. Hallo Melissa,

    du magst in Teilen Recht haben, nicht allein CO2 ist verantwortlich.
    Aber lies mal genauer nach, welchen wertvollen Stellenwert der Regenwald für unsere Erde hat, er ist auch wertvoller Sauerstofflieferant, beherbergt die größte Artenvielfalt von Pflanzen und Tieren. Mir wird bei dem Irrsinn hier in D über den Preis zu Biosprit genötigt zu werden, und mit dem gleichzeitigen Wissen um die Bedrohung des REGENWALDES nur noch SCHLECHT!!! Ich kann da nur zu ganzheitlichem Nachdenken anregen: Fleischkonsum, Schokolade, Kosmetik,… uvm. Vielleicht immer mal das Kleingedruckte auf Packungen lesen, das hilft…
    Wir haben von kommerziell forcierten und günstigeren Produkten nichts, wenn es den Regenwald nicht mehr gibt.

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