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Wissenschaftler belegen Gesundheitsrisiken durch Genmais

Französische Wissenschaftler haben belegt, was schon lange diskutiert wurde: Es gibt Gesundheitsrisiken beim Verzehr von gentechnisch veränderten Lebensmitteln.

Die Forscher des „Komitees für Forschung und unabhängige Informationen zu Gentechnik“ (CRIIGEN) werteten in unabhängigen Studien die gesundheitlichen Risiken von drei gentechnisch veränderten Maissorten aus. Pikanterweise handelt es sich hierbei auch um die Maisvariante MON810 von Monsanto, über deren Zulassung in den Koalitionsverhandlungen im Herbst diesen Jahres heiß diskutiert wurde – jedoch ohne Endergebnis (INKOTA berichtete). Vor allem die FDP sollte sich die wissenschaftlichen Ergebnisse genauestens durchlesen: Die Liberalen hatten sich im Oktober vehement für die Aufhebung des Anbauverbotes ausgesprochen.

Die Ergebnisse des Komitees sind alarmierend: Sie stellten in Fütterungsversuchen an Ratten schwerwiegende Veränderungen der Leber- und Nierenblutwerte fest. Diese Organe sind für die Filterung von Giftstoffen und Abfallprodukten im Körper zuständig. Darüber hinaus beobachteten die Wissenschaftler Veränderungen von Herz, Milz, Nebennieren, Gewicht einzelner Organe und dem Körpergewicht der Tiere. Je nach gv-Maisvariante variierten auch die Veränderungen im Blutbild und können insgesamt einer Störung der Stoffwechselfunktionen zugeordnet werden.

Die Europäische Zulassungsbehörde EFSA hatte 2007 einer Studie mit ähnlichen Ergebnissen widersprochen. Damals hatte das französische Forscherkomitee nur die Daten von einer Maisvariante (MON863) ausgewertet. Die neueste Studie bescheinigt gleich dreien gv-Maissorten (MON810, MON863, NK603) gesundheitliche Risiken. Zusätzlich bewertet sie neun weitere Varianten, die mit den drei untersuchten Sorten gekreuzt wurden. Die EFSA stufte diese Kreuzungen meist als ungefährlich ein, da ja die Ausgangsprodukte ebenfalls ungefährlich seien. Momentan sind die genannten Maisvarianten in der Europäischen Union für Import und Verarbeitung zu Futter- und Lebensmitteln erlaubt.

Neben den gesundheitlichen Folgen des Verzehrs von gentechnisch verändertem Mais ist ein weiteres Detail der Studie beunruhigend: Die Wissenschaftler attestieren den Studien, die Monsanto selbst in Auftrag gegeben hatte, verschiedene wissenschaftliche Unzulänglichkeiten. So hielt Monsanto statistische bzw. internationale Standards in der Konzeption und Durchführung nicht ein. Zudem fehlten der Studie des US-Konzerns wichtige Daten, um die Wirkungen des gv-Mais adäquat nachvollziehen zu können. Auch war der Zeitraum, in dem die Studie erhoben wurde, mit drei Monaten viel zu niedrig angesiedelt.

Es drängt sich der Verdacht auf, dass Monsanto die Risiken vertuschen wollte, die nun dank der französischen Forscher offen gelegt wurde. Es ging nicht um die bestmöglichste Sicherheit der Verbraucher, sondern um pure Gewinnmaximierung des Unternehmens, das laut eigenen Angaben einen Jahresumsatz von über 11 Milliarden US-Dollar erzielt.

Die Divergenz zwischen den Studienergebnissen von Monsanto und den des französischen Forscherteams sollte vor allem die deutsche Regierung und die Europäische Union alarmieren, stärker unabhängige Studien und Wissenschaftler einzufordern, bevor sie gentechnisch veränderte Produkte für Import bzw. Verarbeitung zulassen. Die jüngste Entwicklung bescheinigt im Grunde, wie unkritisch die EFSA gegenüber Gutachten von Konzernen ist und wie skrupellos dies ausgenutzt wird. Der Großteil aller Entscheidungen, die die EFSA bezüglich der Genmaisvarianten und ihren Kreuzungen getroffen hat, bedarf einer genauen Prüfung und Überarbeitung.

Laura Möhr

INKOTA-netzwerk

Quellen und weitere sehr interessante Artikel über Monsanto unter http://uebermonsanto.wordpress.com

Kommentar: Die EFSA hat ohnehin keinen besonders guten Ruf und eine enge Verquickung mit der Gentech-Lobby wurde immer schon unterstellt. Die EFSA arbeitet für die geldgebenen Konzerne – nicht für unsere Gesundheit. Und von unseren verehrten Politikern möchte ich schon gar nicht mehr reden… Wessen Brot ich ess, dessen Lied ich sing!!!

Der Wissenschaftler Gilles-Eric Séralini sagte nach Angaben der französischen Zeitung LeMonde: „Zum ersten Mal haben wir bewiesen, dass GVO weder ausreichend gesund noch für die Kommerzialisierung geeignet ist.[…] Jedes Mal, bei allen drei GVOs, gab es mit den Nieren und der Leber Probleme, die Organe, die hauptsächlich auf eine chemische Lebensmittelvergiftung reagieren.“

Die französischen Forscher waren erst durch eine Gerichtsentscheidung dazu in der Lage, diese Studie durchzuführen, da Monsanto die Zulassungsunterlagen nicht herausgeben wollte.

Jedem Menschen mit einem gesunden Menschenverstand muss doch klar sein, dass eine Manipulation der Natur nicht ungestraft bleiben wird.

5 Kommentare zum Beitrag

  1. Vielen Dank für die Meldung!

    Es wissen bestimmt noch nicht alle:
    Nicht nur in den USA gibt es enge Beziehungen zwischen Gentech-Industrie, Behörden, Verbänden und der Politik – auch hier in Deutschland ist es laut http://www.biotech-seilschaften.de.vu schon Gang und Gäbe!
    Warum wird es durchgesetzt, obwohl 4/5 dagegen sind? – weil es die Interessengruppen verstehen, sich in die Schlüsselpositionen einzuflechten.

  2. danke für die Info,…es juckt ja doch keine Sau,…arme Sau*

  3. Sehr guter Artikel mit entsprechenden Quellen und Belegen, so wie sich das gehört. Zusätzlich ordentlich gewürzt mit einem Stück Wahrheit, ein wenig hinter die Kulissen geschaut und mit Weitsicht. Sehr lobenswert.
    Möglicherweise hilft es ja dem ein oder anderen, die wirklichen Interessen solcher Clubs wie Monsanto zu verstehen, au, noch herzlichen Glückwunsch der Monsanto zur wütenden Meerjungfrau.

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