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Frauengesundheit: Die naturheilkundliche vaginale Moorbehandlung bei Kinderwunsch

Die vaginale Moorbehandlung mit Vaginaltamponaden ist eine effektive und nebenwirkungsfreie Methode für eine „Kinderwunschbehandlung“.

 

Überblick zu den einzelnen Teilen dieser Artikelserie:

Einführung in die Methode der naturheilkundlichen vaginalen Moorbehandlung
Teil 1: “Die Geschichte der vaginalen Moorbehandlung
Teil 2: ”Die Bedingungen für eine Schwangerschaft
Teile 3-6 (zusammengefasst): “Schlechte Spermaqualität, Spermiopathie
Teil 7: “Die Lokale Neurovegetative Ursache
Teil 8: “Die Zervikale Ursache
Teil 9: “Die Uterus Ursache
Teil 10-11 (zusammengefasst): “Die Tubare Ursache
Teil 12: ”Die Hormonale Ursache, sekundäre Amenorrhoe, Anovulation
Teil 13: “Die Hypothalamo-Hypophysäre-Ursache
Teil 14: „Die Ovarielle Ursache
Teil 15: „Die sanfte Geburt

 

Obwohl diese Art der naturheilkundlichen Behandlung schon seit Jahrzehnten in Deutschland wissenschaftlich anerkannt und sogar nach GOÄ (Gebührenordnung für Ärzte) abrechnungsfähig ist, wird sie leider kaum bis gar nicht angewandt. Vielen Frauen ist sie überhaupt nicht bekannt.

Das Moor ist äußerst reichhaltig an wertvollen organischen Mineralstoffen und hormonwirksamen Verbindungen, da sich im Moor u.a. verschiedenste wertvolle Heilpflanzen nach ihrem Ableben anreichern und konservieren. Der Wert von Moor ist seit Jahrtausenden für seine heilsame Wirkungen bekannt. Nicht umsonst gibt es z.B. gerade an Kurorten breiige Moor-Bäder. Es gibt auch Moorkonzentrate für die Badewanne, Salben, Pasten, Trinkmoor, und mehr.

Bei der vaginalen Moorbehandlung, die Frauen auch zuhause anwenden können, gelangen Heilstoffe an Gebärmutter und Eierstöcke. Sie wird besonders angewandt bei Kinderwunsch, bei Unterleibsschmerzen, Entzündungen, Hormonstörungen, Juckreiz, Kraurosis, Ovarialzysten, Sexualproblemen und mehr!

 

Es folgt ein Artikel von Dr. Robert Kovarik, der auf diesem Gebiet Experte ist und das weltweit erste ausführliche Fachbuch („Vaginale Moorbehandlung„) für Fachpersonal und Laien geschrieben hat. In den nächsten Tagen folgt außerdem eine kleine Artikel-Serie zur Selbsthilfe beim Kinderwunsch mit vaginalen Moortamponaden.

 

Vaginale Moorbehandlung, auch Moortamponaden, „Vagimoran“ und „Vagipeat“ genannt, werden seit etwa 60 Jahren erfolgreich bei Frauenleiden, nicht nur in Kurorten, sondern auch in Kliniken und von niedergelassenen Frauenärzten, als auch im Rahmen der Selbstbehandlung zu Hause eingesetzt.

VAGIPEAT eignet sich hervorragend auch zur einfachen, häuslichen Selbstbehandlung, falls man dafür keinen motivierten Frauenarzt findet.

Durch die Umgehung der transkutanen Wärmeabwehrmechanismen wird eine direkte, hohe und exakte Dosierung ihrer chemischen, thermischen und mechanischenWirkungsmechanismen auf alle Organe des kleinen Beckens ohne Stressbelastung des ganzen Körpers ermöglicht. Die Moortamponaden sind umweltfreundlich, da dafür nur eine geringe Menge „Moores“ (korrekt: Torfes) benötigt wird.

Die heiße vaginale Anwendung hat viele positiven lokalen Auswirkungen auf den weiblichen Unterleib. Die intravaginale Anwendung verbessert die Regenerationsfähigkeit der Scheidenhaut und der Schleimhaut des gesamten inneren Genitale, und mit dem erwärmten Blut transportiert sie die Wärme direkt dorthin, wo sie am besten wirkt, wo sie den Stoffwechsel und dadurch alle reproduktive und sexuelle Funktionen anregt, über die Gebärmutter und Eileiter bis zu den Eierstöcken.

Moor ist streng genommen nur eine Landschaft – ihr Produkt heißt Torf. Dennoch wird die Behandlung mit Torf umgangssprachlich als Moorbehandlung bezeichnet. Moor (genauer: Torf) ist ein Heilmittel der Balneologie (Kurortmedizin). Der Einsatz von kurortlichen Heilmitteln heißt Balneotherapie.

Kurortärzte sind im Verband der Deutschen Badeärzte integriert. Ein frauenärztliches Spezialgebiet der Balneologie ist die Gynäkobalneologie (manchmal nicht korrekt als Balneogynäkologie genannt). Gynäkobalneologie ist ein gemeinsames Spezialgebiet sowohl der allgemeinen Balneotherapie als auch der konservativen Frauenheilkunde. Deshalb gibt es gleich zwei Arbeitskreise mit dem Namen Gynäkologische Balneotherapie: Der erste Arbeitskreis gehört dem Verband der Deutschen Badeärzte und der zweite der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe an.

Die Geschichte der vaginalen Moorbehandlung

Wissenschaftliche Moortamponaden haben sich zum modernen Teil der traditionellen Moorbehandlung entwickelt. Erfunden wurden sie im Bad Elster in der damaligen DDR. Nach 1945 übernahm ihre Methodik auch das Franzensbad in Tschechien. In diesem größten Zentrum der tschechoslowakischen Gynäkobalneologie werden im Rahmen von staatlich anerkannten Kurprogrammen täglich hunderte vaginale Moorbehandlungen durchgeführt.

Nach meiner Republikflucht aus Tschechien brachte ich, ein ehemaliger Chefarzt der gynäkobalneologischen Kurkliniken Pawlik und Purkyne in Franzensbad, mein Knowhow in das deutsche akademische Lehrkrankenhaus Luisenhospital Aachen 1984. Professor Dr.med. Claus Goecke (Leiter der dortigen gynäkologischen Abteilung, zugleich der I. Vorsitzende des Arbeitskreises Gynäkologische Balneotherapie im Verband der Deutscher Badeärzte und der I.Vorsitzende des Balneologischen Instituts Aachen) trug danach mit seinen weiteren Mitarbeitern wie Dr. Kauffels, Dr. Sturm, Dr. Beer, Dr. Strauch, Prof. Dr. Lukanov und anderen entscheidend zur wissenschaftlichen Verifizierung von Effekten der intravaginalen Mooranwendung auf das innere Genitale bei. Untersucht wurden dieWärmeeffekte, die Permeabilität der Torfinhaltstoffe durch die Scheidenhaut, die Beeinflussung der glatten tubaren Muskulatur u.a.m. Aus dieser Zusammenarbeit entstanden viele Veröffentlichungen und Lehrbücher.

Moor und Naturschutz

Moore unterliegen dem Naturschutz. Ihre Ausbeutung wird streng reguliert. Es gibt einen Mangel an genehmigten Torfabbaustätten. Das ist ein Problem für die klassische Moorbehandlung.

Klassische Moorbehandlungen (Moorbäder, Moorpackungen) arbeiten meistens nur mit einem regenerierten Torf

Für eine klassische Moorbehandlung (Moorbäder, Moorpackungen) ist eine große Menge Torfes nötig. Sein pH ist nicht so wichtig. Der abgebadete Torf wird deshalb in den meisten Kurorten in Deponien gelagert. Dort sorgen antimikrobielle Torfinhaltstoffe für das baldige Absterben der pathogenen Bakterien aus den verschiedenen menschlichen Verunreinigungen. Nach einigen Jahren Regenerationszeit eignet sich der gereinigte Deponietorf für die äußere, nicht aber für die innere Anwendung wieder.

Vaginal angewandter Torf wird frisch gestochen

Das gesunde Scheidenmillieu hat einen sauren pH-Wert. Ein regenerierter Torf mit höherem pH wäre für die vaginale Applikation schädlich. Für die vaginaler Moortamponade wird daher nur ein frisch gestochener, nativer, ausgereifter Torf mit saurem pH 3,5-4,5 und antibakteriellen Eigenschaften angewandt. Für eine torfsparsame Moortamponade reichen nur 150 g Torfes aus.

Die Technik

Ein erhitzter, breiiger Torf wird aus einer Tube mittels Einführungsrohrs mit eingesetztem Perlonstrumpf tief in die hintere Scheidengewölbe ausgedrückt. Die Anwendungstemperatur beträgt in der Regel 50 Grad Celsius. Danach wird der Einführungsrohr zurückgezogen. Der Torfbrei in der Perlonhülle bleibt dann in der Scheide für 30 min bis mehrere Stunden.

Die Scheide besitzt kaumWärmerezeptoren. Die hohe Temperatur ist infolge der breiigen Torfkonsistenz völlig ungefährlich und wird als angenehm empfunden.

Die Erwärmung des vaginalen Moortampons erfolgt entweder im Heißluft-Thermostat in der Arztpraxis oder, falls zu Hause angewandt, im Backofen oder im kochendemWasser mit anschließender Temperaturkontrolle.

Bei einigen Indikationen wird die Moortamponade bei der Zimmertemperatur, selten sogar bis auf 4 Grad Celsius im Kühlschrank gekühlt angewandt.

Wirkungsmechanismen und Effekte der vaginalen Moorbehandlung

1. Chemisch:
Antibakteriell, antiviral, saures pH, adstringent, epithelisierend, entzündungshemmend.

Effekt: Selektives Vorteil für Lactobazillus, Normalisierung der Scheidenflora bei chronischer Scheidenentzündung. Juckreizlinderung beim Lichen. Schmerzlinderung,Wundreinigung und schnellere Ausheilung z.B. nach zerfallenem Dammschnitt nach der Geburt oder im postoperativen Verlauf nach gynäkologischen Operationen, ab dem 10. Tag auch nach Gebärmutterentfernung zur Prophylaxe der Verwachsungen usw.

2. Thermisch:
Etwa 2 stündige schonende exponentiell abnehmende Wärmeübertragung.

I. Konduktiv auf die Scheidenhaut und das benachbarte Gewebe, auf den Zervix, auf die Frankenhäuserschen Ganglien, auf die Urethra, auf die Harnblase, auf das Rectum, auf die Arteria uterina.
Effekt: Regeneration der Scheidenbefeuchtung, Straffung des paraurethralen Gewebes, Hyperproduktion des Zervikalschleimes, Ausheilung der chronischen Zervizitis, Beseitigung der Spermienblockade, Linderung bei Urge-Harninkontinenz und Trigonitis, bei Rektumkrämpfen.

II. Konvektiv mit dem Blut über Arteria Uterina und ihr Ramus tubarius auf weitere Organe des kleinen Beckens (Gebärmutter, Eileiter, Eierstöcke).
Effekte: Dickerer Endometriumaufbau, Entkrampfung der tubaren Muskulatur, Normalisierung ihrer Motilität, Hyperproduktion der tubaren Endolymphe und „Ausklebung“ der intratubaren Verwachsungen, Verbesserung der Durchblutung der Eierstöcke und ihrer Funktion.

3. Mechanisch:

I. Statisch: Pessareffekte mit der Anhebung der Harnblase.
Effekt: Linderung der Stressharninkontinenz auch bei inoperablen Fällen oder nach
missglückter Operation.

II. Dynamisch: Dehnungseffekte auf Scheidenverengungen jeder Art.
Effekt: Dehnung der Scheide bei Atrophie (senile Kolpitis), der Scheidenverwachsungen,-Strukturen nach Operationen oder Unfällen.

4. Neurovegetativ:
Lokale trophotrope Umstellung der Frankenhäuserschen Ganglien.

Effekt: Verbesserung der Reaktivität des Zielgewebes auf eigene oder zugefügten Hormone in gesamtem inneren Genitale, Steigerung der sexuellen Empfindlichkeit und Reaktivität, somit des Libido. Steigerung der kompensatorischen Blutversorgung aus dem Ramus ovaricus Arteria Iliaca interna bei dem Posthysterectomie-Syndrom oder nach anderer Unterbrechung der ovariellen Hauptblutversorgung (nach Sterilisierungsoperationen usw.). Beseitigung von sympathikotonen Folgen der vorherigen Eingriffen im inneren Genitale.

5. Metabolisch:

I. Heiße Phase: 2 Std. Hyperthermie mit Hyperämie.
Effekt: Lokale Stoffwechselbeschleunigung und Funktionssteigerung insbesondere aller sekretorischen, hormonellen und motorischen Funktionen.

II. Reboundphase: Nachfolgende mehr als 24 Std. andauernde Isothermie mit Hyperämie. Vasodilatation ohne Funktionssteigerung.
Effekt: Langfristige trophotrope Organerholung bei Atrophien, Hypoplasien, nach lokalen algodystrophischen Syndromen usw.

Indikationen der vaginalen Moorbehandlung:

  • Kinderwunsch
    Lokale Behebung des zervikalen Faktors ohne Antibiotika, Auflockerung der intratubaren Verwachsungen ohne Mikrochirurgie, hormonale Optimierung ohne Zufuhr von Hormonen, ohne die Gefahr der künstlichen Mehrlingsschwangerschaft, ohne die sonst übliche Notwendigkeit der intrauterinen Abtötung der künstlich erzeugten, überflüssigen und für das Fortbestehen der Schwangerschaft nunmehr gefährlichen Mehrlinge
  • Chronische Entzündungen im Bereich des kleinen Beckens
  • Sog. Parametropathia spastica
    In Wirklichkeit handelt es sich hier um lymphologische und neurovegetative Störungen im Sinne sowohl einer fixierten sympathikotonen Algodystrophie als auch einer parasympathikotoner pathologischen Kongestion.
  • Zyklusstörungen durch Ovarialinsuffiziens
  • Genitale Entwicklungshemmungen (wie Uterushypoplasie)
  • Habitueller Abort
  • Adhäsionen, Entzündungen, Infiltrate oder Hämatome nach Operationen
  • Posthysterektomie-Syndrom
  • Frühklimakterium
  • Reizblase
  • Genitalatrophien. Craurosis vulvae
  • Rezidivierende chronische Entzündungen der ableitenden Harnwege
    (Blasenentzündungen), funktionelle Störungen der Harnentleerung (Restharnbildung, neuro-hormonale Reizblase, interstitielle Zystitis)
  • Streßinkontinenz
  • Dranginkontinenz
  • Sexuelle Störungen

Abrechnungsmöglichkeit

Nach der wissenschaftlich erfolgreichen Inauguration der vaginalen Moorbehandlung in Deutschland gab die Deutsche Ärztekammer ihre Abrechnungsempfehlung nach GOÄ. (Analoge GOÄ-Ziffer 530, zuzüglich Materialkosten.)

Die Hersteller

Der erste Hersteller der versandfertigen Moortamponaden für Frauenärzte war die Firma Ehrlich Allgäuer Heilmoor aus Bad Wurzach. Ihr kurortunabhängiger Produkt „VAGIMORAN“ wurde von 1986 bis etwa 2002 hergestellt. Die Produktion wurde danach mangels Interesse der Deutschen Frauenärzte aus Rentabilitätsgründen eingestellt.

Seit 2010 gibt es ein Nachfolgeprodukt „VAGIPEAT“ von der Firma Torf Krásno (Sfagnum) in Tschechien. Die heutige, weiterentwickelte Methodik der vaginalen Moortamponade wurde nicht nur kurortunabhängig und nicht mehr nur für Frauenärzte gedacht, sondern sie eignet sich jetzt auch zur häuslichen Selbstanwendung von betroffenen Frauen, ob präventiv oder als Hilfe bei den medizinischen Indikationen.

Von Dr. Robert Kovarik

www.biotherik.com

Das Fachbuch „Vaginale Moorbehandlung“ ist HIER erhältlich.

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