Alternative und kritische Informationen zum Thema Gesundheit

Werbelügen und Etikettenschwindel der Lebensmittelindustrie


Tütensuppen ohne Geschmacksverstärker, Milch von garantiert glücklichen Kühen, gesunder Kinderjoghurt und Frühstücksflocken, die fit machen. Schön wär’s!

Aber nicht nur die Tütensuppe lügt. Im Supermarkt gilt: Glauben Sie nicht, was auf der Packung steht. Denn die Lebensmittelindustrie kann eines ganz besonders gut: Verbraucher täuschen. Und die Täuschung hat System.

Darum entlarvt die foodwatch-Kampagne „abgespeist“ Werbelügen und Werbelyrik und zeigt, was dahinter steckt.

Die Lebensmittelindustrie verkauft Zuckerbomben als gesundes Kinderfrühstück und Tütensuppen als Naturprodukte. Warum? Weil Verbraucher sich bisher nicht genug dagegen gewehrt haben. Die Lebensmittelindustrie behauptet, sie will Verantwortung übernehmen und für Verbraucher da sein. Nehmen Sie sie beim Wort und nutzen Sie Ihre Macht als Verbraucher! Fordern Sie ehrliche Etiketten und ehrliche Qualität! Denn das macht Druck auf die Industrie und die Politik. Verbraucher können nur dann wirklich entscheiden, was sie essen, wenn überall drauf steht, was drin ist.

Hier ein paar Werbelügen:

Wild/ SiSi-Werke: Capri-Sonne
Der Schwindel: Capri-Sonne ist ein ausgewogenes, „sportliches“ Getränk mit „gesunden Früchten“ und ein guter Durstlöscher für Kinder.
Die Wahrheit: Mit Früchten hat Capri-Sonne so wenig zu tun wie mit gesund. Gerade einmal 12% Saft werden aufgefüllt mit Wasser, Zucker und Aromen. Der Zuckergehalt wird auf der Verpackung jedoch verschwiegen. Unverantwortlich!

Danone: Actimel
Der Schwindel: Actimel – ein besonderer Joghurt-Drink, der das Immunsystem „aktiviert“ und „wetterfest“ macht.
Die Wahrheit: Jeder Joghurt „aktiviert“ das Immunsystem ein bißchen. Actimel ist zusätzlich jedoch viermal so teuer und doppelt so zuckrig wie ein herkömmlicher Naturjoghurt. Und wissenschaftliche Beweise für einen Erkältungsschutz gibt es nicht..

Nestlé: Maggi Natur Pur Bio Frühlingsgemüsesuppe
Der Schwindel: Maggi Natur Pur Bio, die Tütensuppe, die ganz ohne Geschmacksverstärker auskommt.
Die Wahrheit: Drin ist die geschmacksverstärkende Substanz Hefeextrakt, die jedoch nicht als Geschmacksverstärker gekennzeichnet werden muss. Glutamat wird also einfach unter anderem Namen
in die Tüte geschmuggelt.

Nestlé: Fitness Fruits
Der Schwindel: Frühstücksflocken, die zu einem „gesunden Lebensstil“ beitragen, zur „Wunschfigur“ verhelfen, eine „leichte“, „ausgewogene“ Ernährung bieten.
Die Wahrheit: Diese Flocken bestehen zu einem Drittel aus Zucker. So viel Zucker zum Frühstück macht auf Dauer nicht fit, sondern dick. Das angeblich gesunde Frühstück ist eigentlich eine Süßigkeit.

Schwartau: Mövenpick Gourmet-Frühstück Erdbeere
Der Schwindel: „Beste und erlesene Zutaten“ wie die „Königin der Erdbeeren“, Senga Sengana, „höchste Qualität“ und „der kleine Luxus im Alltag“ – ein ganz besonderer Fruchtaufstrich.
Die Wahrheit: Senga Sengana, die von Mövenpick verwendete Erdbeere, ist die Standard-Sorte in der Konfitürenindustrie. Luxuriös sind bei Mövenpick vor allem die Preise.

Ferrero: Kinder-Riegel
Der Schwindel: Ohne schlechtes Gewissen Naschen, dank der „Extra-Portion-Milch“ mit viel gutem Kalzium.
Die Wahrheit: Erst 13 Riegel würden den Tagesbedarf eines Kindes an Kalzium decken. Das sind gleich 48 Würfelzucker, ein halbes Paket Butter plus Aromen und Zusatzstoffe.

Adelholzener: Active O2
Der Schwindel: „Der Powerstoff“ mit der „15fachen Menge an Sauerstoff“, Active O2, hat eine positive Wirkung auf den Stoffwechsel oder die sportliche Leistungsfähigkeit.
Die Wahrheit: „Active O2“ gibt weder einen besonderen Powerschub für die Gesundheit noch steigert es die
sportliche Leistungsfähigkeit. Auswirkungen auf den eigenen Geldbeutel lassen sich allerdings in jedem Fall nachweisen.

Unilever: Langnese Milchzeit
Der Schwindel: Das Kinder-Eis Milchzeit kommt als gesunder Kalziumlieferant und soll offenbar das tägliche Glas Milch ersetzen.
Die Wahrheit: Milchzeit ist eine Süßigkeit, die Langnese als Gesundheitsprodukt ausgibt, um„Verzehrsanlässe“ zu schaffen. Damit Kinder Eis essen, statt Milch zu trinken.

Bahlsen: Gourmet Genießerkuchen
Der Schwindel: Kontrollierte Qualität und erlesene Zutaten, besonders kombiniert.
Die Wahrheit: Im Gourmetkuchen stecken jede Menge E-Nummern, Aromen und vor allem: Käfig-Eier. „Erlesene“ Zutaten leider Fehlanzeige.

Bauer: Biene Maja
Der Schwindel: Der Kinderjoghurt „Biene Maja“ ist ein ausgewogenes Milchgetränk für Kinder.
Die Wahrheit: „Biene Maja“ enthält 44 Würfelzucker auf einen Liter, Cola im Vergleich dazu nur 28.
Das Produkt wird inzwischen vom Markt genommen!

Eckes-Granini: Frucht-Tiger
Der Schwindel: Frucht-Tiger – der gesunde Durstlöscher für Kinder.
Die Wahrheit: Das Gemisch aus Wasser und Saftkonzentrat enthält nicht nur umstrittene Süßstoffe, sondern auch jede Menge zahnschädliche Citronensäure.
Das Produkt wird mittlerweile nicht mehr als gesund beworben.

Campina: Landliebe
Der Schwindel: „Landmilch“ von „ausgewählten Höfen“, besonders strenge Qualitätsvorgaben und sogar eine
„Qualitätsgarantie“, zum Beispiel für artgerechte Tierhaltung.
Die Wahrheit: Belege für artgerechte Tierhaltung liefert Campina nicht, die „strengen“ Qualitätsvorgaben sind Selbstverständlichkeiten und der satte Aufpreis fließt nicht an die Bauern, sondern vor allem ins Marketing.

Schwartau: Fruit2Day
Der Schwindel: „100% der täglichen Portion Obst“ stecken in „Fruit2Day“.
Die Wahrheit: 200 Milliliter einer aromatisierten Mischung aus Fruchtsaftkonzentraten und Püree sind bei
weitem nicht dasselbe wie 200 Gramm unverarbeitetes Obst. „Fruit2Day“ ersetzt höchstens ein Glas Saft, ist aber bis zu viermal so teuer.

Escoffier: Duett Champignon Creme-Suppe
Der Schwindel: „Ausgewählte Zutaten“ , mit der „Kunstfertigkeit“ von „Spitzenköchen“ verarbeitet. Sternekoch Alfons Schuhbeck steht mit seinen Namen für besondere Qualität.
Die Wahrheit: Trockenpulver mit Zusatzstoffen und Aromen – die Escoffier-Suppe unterscheidet sich kaum von einer „Maggi Meisterklasse“, ist aber dreimal so teuer .

Unilever: Rama Cremefine
Der Schwindel: „Rama Cremefine zum Schlagen“ will mit 11% weniger Fett als herkömmliche Sahne eine „innovative“ Alternative für „die leichte Küche“ sein.
Die Wahrheit: Das Sahne-Imitat enthält eine ganze Reihe von Zusatzstoffen, nicht näher definiertes Aroma und zu viele gesättigte Fettsäuren – die Rama selbst als „schlechtes Fett“ bezeichnet. Dafür ist das Kunstprodukt doppelt so teuer wie normale Sahne.

Ferrero: Yogurette
Der Schwindel: Yogurette ist „joghurtleicht“ und „sportlich“, eine „leichte“ Variante im Vergleich zu anderen Schokoladen.
Die Wahrheit: Die „leichte“ Schokolade enthält mehr Fett und Kalorien als andere Vollmilchschokolade. Die Nährwerte verschweigt Ferrero jedoch auf der Verpackung – keine Chance für Verbraucher, den Schwindel zu erkennen.

Unilever: Bertolli Pesto Verde
Der Schwindel: Der Pesto-Klassiker nach „original italienischer Rezeptur“ enthält „nur die besten Zutaten“ wie „feinstes Bertolli Olivenöl“ und Pinienkerne.
Die Wahrheit: Drin stecken ein Fingerhut voll Olivenöl und wenige Pinienkerne. Dafür umso mehr undefiniertes „pflanzliches Öl“, Cashewnüsse, Aroma und Säuerungsmittel – billigere Ersatz-Zutaten statt Originalrezept.

[Quelle: Foodwatch, abgespeist.de]

www.abgespeist.de

Hierzu auch interessant:
Daten & Fakten zur Lebensmittelindustrie





Wichtiger Hinweis:
Der Betreiber dieser Website ist weder Arzt noch Mediziner und bietet seine Informationen nicht als gesundheitliche Beratung an. Die Informationen stellen keine Beratung des einzelnen Benutzers und keine medizinischen Fachinformationen dar. Die dargestellten Informationen können daher den individuellen Rat oder Behandlung eines Arztes oder Heilpraktikers nicht ersetzen. Es wird dringend davon abgeraten, die angebotenen Informationen als Selbstbehandlungshinweise zu benutzen. Im Erkrankungsfall ist auf alle Fälle ein Arzt oder Heilpraktiker aufzusuchen.

3 Kommentare zum Artikel

>> Einen Kommentar schreiben
  1. Juliane Dorloff
    Juliane Dorloff 22 August, 2009, 22:48

    Sehr guter Artikel! Was aber meiner Ansicht nach noch fehlt, ist die skrupellose Täuschung der Verbraucher bei Babynahrung!

    Beispiele:

    Die WHO empfiehlt die Zufütterung allerfrühestens ab dem fünften Monat, eigentlich ab dem sechsten, eine frühere Zufütterung kann nicht empfohlen werden, da es dem Säugling sehr stark schaden kann (Auslösung von Allergien, da die Darmwände des Kindes noch nicht ausgereift und damit zu durchlässig für allergene Stoffe sind). Die Hersteller der Babynahrung schreiben aber bewusst “nach dem 4. Monat” auf die Gläschen, um den Verbraucher dazu zu verleiten, früher zuzufüttern. Das führt dazu, dass Mütter ihren Babys schon mit vier Monaten Brei anbieten, sie wissen oftmals gar nicht, was sie dort tun, denn die Hersteller werden ihnen schon nichts schlechtes empfehlen – sie stehen doch dafür mit ihrem Namen.
    Auch sind in den Breien oftmals versteckte Zucker enthalten, steht auf dem Gläschen “kristallzuckerfrei” oder “ohne Zusatz von Kristallzucker” sollte man gleich die Finger davon lassen bzw. sich die Inhaltsstoffe einmal genauer ansehen – dort steht dann meistens Glucose oder Fructose, und das ist eben doch Zucker.
    Genauso die atemberaubende Vielfalt, die man den Kindern angeblich ab dem 6. Monat schon geben kann – zum Beispiel Spaghetti Bolognese – mit Zwiebeln, Salz, Pfeffer und allem drum und dran. Eigentlich soll man dann ja erst anfangen mit Pastinake oder Möhrchen, aber was soll’s – kann doch den Herstellern der Babynahrung egal sein, ob es dem Kind schadet oder nicht.

    Einfach unverantwortlich, dass es keine strengeren Richtlinien wider besseren Wissens gibt und schon den Kleinsten skrupellos geschadet wird.

    Auf diesen Kommentar antworten
  2. Pingbacks & Trackbacks
  3. ► Foodwatch prangert Etikettenschwindel an mit Video 23 September, 2010, 10:12

    [...] auf, die mit künstlichen Aromen arbeiten, den Verbraucher aber etwas anderes versprechen. Bei gesundheitlicheaufklaerung.de gibt es eine Auflistung aus dem letzten Jahr, die ebenfalls die irreführenden Etiketten [...]

    Auf diesen Kommentar antworten

Schreibe einen Kommentar zum Artikel

Wir freuen uns immer über Leser, die durch nützliche und konstruktive Beiträge zum Thema eine Diskussion anstoßen oder den Artikel mit weiteren Informationen bereichern. Alle Kommentare werden in diesem Sinne moderiert.

Die Email-Adresse wird nicht veröffentlicht.
*=Pflichtfeld