Geschmierte Ärzte: Korruption in der Gesundheitsindustrie

Am 21. Mai 2013 gab es im ZDF („Frontal 21“) einen Beitrag über geschmierte Ärzte [https://www.youtube.com/watch?v=DNkj0-aJX34]. Ich kann nicht behaupten, dass das, was ich da zu hören und sehen bekam, vollkommen neu und überraschend war. Denn gab es nicht schon eine Reihe von Beiträgen meinerseits, die das Thema „Schulmedizin und Korruption“ mehr oder weniger eng thematisiert hatten? Hier eine Liste an Artikeln, die direkt oder indirekt darauf Bezug nehmen:

Das, was neu an dieser Reportage war, ist die Bloßlegung der Praktiken, mit der nicht nur die Pharmaindustrie die Ärzte zum Verschreiben ihrer Produkte „ermuntert“, sondern auch das Umfeld um den zwischengeschalteten Apotheker. Denn der wird oft bei diesen Spielchen übersehen.

Apotheker gelten in der Pharmaindustrie bestenfalls als „Vollzugsgehilfen“. Denn sie können keine Verschreibungen machen, kein Rezept ausstellen. Da „Kleinvieh auch Mist macht“, sind sie für die Pharmareferenten bestenfalls interessant, falls die Firma OTC-Produkte, also rezeptfreie, aber apothekenpflichtige Produkte anbietet. Das große Geld dagegen kommt von der rezeptpflichtigen Chemie.

Aber laut Frontal sind hier die Apotheker und Ärzte nicht untätig gewesen. Sie gründen Scheinfirmen oder besitzen stille Beteiligungen an Firmen, die im Ausland beheimatet sind und dort kostengünstig und mit hohen Rabatten versehen Medikamente einkaufen. Danach liefert diese Firma zu hohen Preisen an die entsprechende Apotheke (zumeist an sich selbst, da Apotheker und Firmeneigner die gleiche Person sind), die dann zu noch höheren Preisen bei den Krankenkassen abkassiert.

Diese wiederum sind auch kein Wohlfahrtsinstitut und halten sich an den zahlenden Mitgliedern, also Ihnen, die dies hier lesen, schadlos. Und wenn die Mitgliederbeiträge mal wieder erhöht werden müssen – natürlich alles im Rahmen der Kostendämpfung – dann zahlen die Mitglieder dieser Krankenkassen für die Profitgier dieser Weißkittel, damit deren Geschäfte noch besser laufen.

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Verdecken, vertuschen, schmieren

Das sind vertraute Strategien in der evidenzbasierten Schulmedizin und bei ihren Protagonisten. Die „Motivierungsstrategien“ der Pharmaindustrie, Ärzte zum Verschreiben der eigenen Medikamente zu bewegen, sind grenzwertig korrupt. Denn der bekommt nur dann einen neuen PC, ein trendiges Handy, Flachbildschirme etc. vom Pharmareferenten, wenn er durch Verschreibungen den Umsatz ankurbelt. Und der Pharmareferent hat die Aufgabe unter anderem, in den nahegelegenen Apotheken nachzufragen, ob und wie viel der Arzt verschreibt – vom eigenen Produkt und von Konkurrenzprodukten.

Damit das Ganze dem Arzt nicht so schwer fällt, werden pseudowissenschaftliche Untersuchungen von der Firma angeboten, sogenannte „Anwendungsbeobachtungen“, die für den Arzt nichts anderes sind als eine Verschreibungsleitlinie. Hier wird dem Arzt vorgegeben, wie viele Neueinstellungen er zu tätigen hat bei welchen Dosierungen und so weiter.

Ist die Zahl der Neueinstellungen erreicht und decken sich die Hintergrundinformationen vom Apotheker nebenan ungefähr mit dem zu erwarteten Neuumsatz, dann kommt beim nächsten Besuch des Pharmareferenten der neue PC, Handy oder sonstige Preis mit ins Haus.

Der Bundesgerichtshof hatte noch letztes Jahr beschlossen, dass solche Praktiken nicht gegen geltendes Recht verstoßen. Denn eine Pharmareferentin hatte einen Arzt mit 10.000 Euro „motiviert“ und war wegen Bestechung zu einer Geldstrafe verurteilt worden.

Der Bundesgerichtshof dagegen hob das Urteil wieder auf und bescheinigte der gesamten Pharmaindustrie einen lauteren Charakter. Die Bundesrichter begründeten ihr Urteil damit, dass es „zur Bekämpfung korruptiven Verhaltens“ kein eindeutiges Gesetz gäbe, um der Ärztekorruption mit „Mitteln des Strafrechts effektiv entgegenzutreten“. Seitdem werden Korruptionsverfahren zu Hunderten dem Reißwolf überantwortet. Bei der Pharmaindustrie dagegen „knallen die Sektkorken“.

Heute darf sich der Pharmareferent sogar so weit aus dem Fenster lehnen und den Arzt oder Apotheker fragen, wie viel Rabatt er haben möchte oder gleich ein neues Auto oder am besten beides. Denn wir als Mitglieder der Kassen sind ja so bescheuert, dass wir den ganzen Zirkus durch unsere Beitragszahlungen unterstützen. Und wenn die Ansprüche höher werden von unseren evidenzlackierten Weißkitteln im medizinischen Olymp, dann zahlen wir gerne ein paar Euro mehr Beiträge als bisher.

Mit dem Gesetz gegen das Gesetz

Wenn es also keine Rechtsgrundlage gibt gegen die Korruption im Gesundheitswesen, dann muss man halt eine schaffen. Um die eben geschilderten Praktiken zu unterbinden, liegt, nach langem Zögern, ein neuer Gesetzesvorschlag aus dem Hause „Gesundheitsministerium“ auf dem Tisch. Dieser sieht aber keine strafrechtliche Regelung im eigentlichen Sinne vor.

Denn der Vorschlag unseres Gesundheitsministers sieht nur eine strafrechtliche Regelung bei Korruption zu Lasten der gesetzlichen Krankenkassen. Die privaten bleiben davon „verschont“. So soll die Regelung im Sozial-, nicht aber im Strafgesetzbuch auftauchen. Der Trick garantiert hier, dass die Korruption bei Kassenpatienten unter Strafe steht, bei privaten Patienten jedoch nicht.

Ich dachte immer, dass Korruption = Korruption ist. Hier wird der Straftatbestand davon abhängig gemacht, bei wem die Korruption angewandt wird. Oder an einem krasseren Beispiel: Wenn ich einen Kassenpatienten erschieße, dann ist das strafbar.

Wenn ich einen Privatpatienten erschieße, dann ist das ok. Denn Mord ist nicht Mord. Ich gebe zu, dass das Beispiel ein wenig hinkt. Aber das Prinzip dieser Idee aus dem Hause Bundesgesundheit, eine an sich illegale Handlungsweise per Gesetz zu beschönigen und legitimieren, wenn es nur die Richtigen trifft, ist der Hammer.

Denn es ist voraussehbar, dass mit einer solchen Regelung die Gewinnspannen beim Kassenpatienten für Arzt und Apotheker schrumpfen, beim Privatpatienten dagegen erhalten bleiben oder sogar noch größer werden. Welcher Schulmediziner und angeschlossener Apotheker freut sich da noch über einen Kassenpatienten, den er nicht mehr bescheißen darf? Der Privatpatient dagegen dürfte in Zukunft noch mehr hofiert werden, vielleicht bald auch mit einem Sektempfang an der Rezeption.

Die Experten von der SPD befürchten einen Nachteil der Privatpatienten, da er nicht in den Schutz der neuen gesetzlichen Maßnahme kommt. Ich halte das aber für lächerlich, da dieser neue Vorschlag mit Schutz für die Kassenpatienten nichts zu tun hat und auch nichts zu tun haben will. Denn der beste Schutz für den Patienten in diesem maroden System sind immer noch Berge an Geld, die die Weißkittel verdienen, wenn sie diesen und nicht jenen Patienten behandeln.

Und wenn die Opposition den neuen Entwurf kippt, was wahrscheinlich ist, was passiert dann? Dann passiert rein gar nichts und es bleibt alles wie es heute auch ist: Nicht nur die Privatpatienten sind „geschützt“, sondern auch die Kassenpatienten genießen weiterhin diesen erfundenen „Schutz“, der auf der Profitgier einiger weniger Evidenzbolzen basiert.

Macht die Taschen auf. Die nächste Beitragserhöhung zur Linderung der notleidenden Pharmaindustrie und Ärzteschaft kommt bestimmt.

Und wenn Sie jetzt denken, dass nur hier „der Teufel los“ ist, dann liegen Sie garantiert daneben. Wo es ähnlich „lustig“ zugeht, können sie bei dem  Arzt und ehemaligen Bundestagsabgeordneten, Dr. Wolfgang Wodarg, nachlesen: [http://www.wodarg.de/show/5119270.html]

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Beitragsbild: fotolia.com – Africa Studio

Dieser Beitrag wurde am 19.04.2022 erstellt.

René Gräber
René Gräber
Seit 1998 bin ich in eigener Naturheilpraxis tätig und begleite seitdem Patienten mit den unterschiedlichsten Beschwerden und Erkrankungen. Der Name dieser Webseite ist dabei mein Motto: Gesundheitliche Aufklärung. Aber die "Gesundheitliche Aufklärung" braucht auch Sie! Ohne GEZ Gebühren und Steuermillionen kämpfen wir gegen Zensur und Abmahnungen. "Gesundheitliche Aufklärung" ist vollkommen unabhängig, überparteilich und kostenfrei (keine Paywall). Wir investieren viel Zeit, Geld und Arbeit, um ihnen Beiträge jenseits des "Medizin-Mainstreams" anbieten zu können. Wir freuen uns daher über jede Unterstützung! Helfen Sie bitte mit! Zum helfen klicken Sie bitte HIER.

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