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Fleischverzehr und sein Einfluss auf Krankheit

Unabhängige Untersuchungen des Deutschen Krebsforschungszentrums, mit PD Dr. med. R. Frentzel-Beyme, dem Bundesgesundheitsamt, mit Prof. Dr. med. H. Rottka und dem Ernährungswissenschaftlichen Institut der Universität Gießen, mit Prof. Dr. C. Leizmann haben bestätigt, dass vegetarische Ernährung gesünder ist, als fleischhaltige Mischkost!

Desinformationen durch interessierte Kreise

Bestimmte Interessensgruppen behaupten immer wieder, dass Fleisch für die Gesundheit essentiell wäre. Immer mehr Studien beweisen jedoch, dass zwischen dem Fleischkonsum und verschiedenen Krankheiten, insbesondere Herzkrankheiten und Krebs, eine direkte Verbindung besteht.

Fleischprodukte als Risikofaktor für Diabetes

Die Loma Linda University in Kalifornien hat einen möglichen Zusammenhang zwischen Ernährungsgewohnheiten und dem Auftreten von Diabetes mellitus untersucht. Es handelte sich um eine prospektive Kohortenstudie, die aus Teilnehmern der Adventist Mortality Study und der Adventist Health Study bestanden.

Über einen Zeitraum von 17 Jahren wurden neu auftretende Diabetesfälle identifiziert. Bei den Studienteilnehmern, die während dieser Zeit wenigstens einmal pro Woche Fleisch aßen war das Diabetesrisiko im Vergleich zu Vegetariern um 74 Prozent erhöht Studienteilnehmer, die verarbeitete Fleisch- oder Fischprodukte konsumierten, hatten ein um 38 Prozent erhöhtes Risiko.

Quelle: Ann Nutr Metab. 2008 Mar 18; 52(2): 96-104

Fleischverzehr und Bluthochdruck

Von der Harvard University und dem Brigham and Women´s Hospital, Boston hat den Zusammenhang zwischen dem Verzehr von rotem Fleisch und dem Risiko für Bluthochdruck untersucht. An dieser Studie nahmen 28.766 weibliche Angehörige von Heilberufen teil. Es zeigte sich, dass das Risiko für Bluthochdruck mit steigendem täglichem Fleischkonsum einherging.

Ab einer täglichen Aufnahme von rotem Fleisch von 1,5 Portionen oder mehr war das Risiko für das Auftreten von Bluthochdruck im Vergleich zu den Studienteilnehmerinnen, die kein Fleisch aßen, um 35 Prozent erhöht.

Quelle: J Hypertens. 2008; 26(2):215-222

Fleischverzehr und koronare Herzkrankheiten

Im Rahmen der ARIC-Study (Atherosclerosis Risk in Communities) wurde über einen Zeitraum von neun Jahren das Auftreten des metabolischen Syndroms registriert und mit den Ernährungsgewohnheiten in Bezug gesetzt.

Unter dem metabolischen Syndrom versteht man einen Symptomkomplex bestehend aus Übergewicht, Bluthochdruck, Insulinresistenz und erhöhten Blutfettwerten.

Die Ergebnisse dieser Untersuchung zeigten, dass folgende Ernährungsfaktoren das Auftreten des metabolischen Syndroms begünstigen:

  • Verzehr von Fleisch
  • Verzehr von fett gebratenen Nahrungsmitteln
  • sowie der Western-diet-Ernährungsstil.

Quelle: The atherosclerosis risk in communities study; Circulation. 2008 Jan. 22

Fleischverzehr und Rheuma

Tierische Produkte, insbesondere Fleisch, Wurst und Fisch, enthalten viel Arachidonsäure. Zu den Metaboliten der Arachidonsäure gehören die Prostaglandine und Leukotriene.

Das Prostaglandin E2 kann bei Rheumatikern vermehrt in der Synovialflüssigkeit nachgewiesen werden und ist an der Entwicklung von Knorpelerosionen beteiligt. (1)

Je mehr Arachidonsäure mit der Nahrung zugeführt wird, umso mehr Entzündungsstoffe können gebildet werden. Es gibt mehrere Publikationen über den antiinflammatorischen und analgetischen Effekt einer vegetarischen Kost bei Rheumatikern. (2,3)

Eine vegane Diät kann offensichtlich wegen der fehlenden Arachidonsäurenzufuhr besonders effektiv sein.

Quellen:
1= Pol Merkuriusz Lek 2001 Nov; 11(65): 438-43
2= Scand J Rheumatol 2001; 30(1): 1-10
3= Forsch Komplementarmed Klass Naturheilkd 2001 Aug; 8(4): 228-31

Fleischverzehr und Krebs

Braten, Kochen und Grillen von Fleisch und Fisch erzeugen heterozyklische Amine. Diese Substanzen entstehen als Folge einer chemischen Reaktion zwischen den Aminosäuren und dem Kreatin des Muskelgewebes. Mehrere Untersuchungen haben gezeigt, dass die heterozyklischen Amine ein erhebliches genotoxisches und mutagenes Potential haben (1,2).

Heterozyklische Amine sind Risikofaktor für mehrere Tumorarten, insbesondere für das Colon-Karzinom. In der Fachliteratur werden aber auch das Magen-, Ösophagus-, Prostata-, Pankreas-, Nieren- und Mamma-Karzinom mit heterozyklischen Aminen in Zusammenhang gebracht (3)

Uruguay und Argentinien gehören zu den Ländern mit dem höchsten Rindfleischkonsum und haben gleichzeitig die höchste Rate an Brust- und Darmkrebs. In einigen Arbeiten wird auch über eine kardiotoxische Wirkung der HCA´s berichtet. (4, 5, 6)

Neben den HCA´s gibt es noch weitere karzinogene Substanzen, die durch den Fleischkonsum im Darm entstehen. So wurde in einer Untersuchung der Universität Hohenheim festgestellt, dass eine Ernährungsweise mit einem hohen Fett- und Fleischanteil die Genotoxizität des Fäkalwassers gegenüber Darmepithelien erhöht. (7)

Beim mikrobiellen Proteinabbau im Colon entstehen in Abhängigkeit von der Proteinzufuhr potenziell toxische Substanzen, z.B. Ammoniak, Phenole, Indole und Amine sowie N-Nitrosoverbindungen und Sulfid. (8)

In einer Studie der Universität Cambridge konnte gezeigt werden, dass die Bildung von N-Nitrosoverbindungen eng mit der Verzehrmenge von rotem Fleisch korreliert. (9)

Bekanntlich gibt es einen epidemiologischen Zusammenhang zwischen dem Konsum von rotem Fleisch und dem Auftreten des Colorectal-Carzinoms. Fleischprotein ist auch ein bedeutendes Substrat für die bakterielle Sulfidbildung im Darm. Sulfidverbindungen sind auch an der Entstehung von Colitiden beteiligt. (10)

Erhöhte Konzentrationen des Insulin-like-growth-factor I (IGF-1) fördern die Entstehung von Tumorerkrankungen. 2002 wurde eine Untersuchung der Universität Oxford publiziert über die IGF-Konzentrationen bei verschiedenen Ernährungsformen. Veganer hatten signifikant niedrigere IGF-1-Konzentrationen als Mischköstler und Lacto-Ovo-Vegetarier. Außerdem waren in dieser Gruppe die Konzentrationen der IGF-bindenden Proteine (IGFBP-1 und IGFBP-2) erhöht. (11)

1= Dietary intake of heterocyclic amines, meat-derived mutagenic activity, and risk of colorectal adenomas; Cancer Epidemiol Biomarkers Prev 2001 May; 10(5): 559-62

2= Meat intake and cooking techniques: associations with pancreatic cancer; Mutat Res 2002 Sep 30; 506-507(C): 225

3= Review on meat consumption and cancer in South America; Mutat Res 2002 Sep 30; 506-507(C): 243

4= Studies on the carcinogenic and myocardial effects of 2-amino-3methylimidazo (4,5-f) quinoline (IQ) in nonhuman primates; Princess Takamatsu Symp 1995; 23: 260-7

5= Carcinogens in foods: heterocyclic amines and cancer and heart disease; Adv Exp Med Biol 1995; 369: 211-20

6= Protective effect of N-acetylcysteine against heterocyclic amine-induced cardiotoxicity in cultured myocytes and in rats; Food Chem Toxicol 1995 Aug; 33(8): 641-51

7= A diet high in fat and meat but low in dietary fibre increases the genotoxic potential of “faecal water”; Carcinogenesis 1999 Dec; 20(12): 2311-6

8= Protein degradation in the large intestine: relevance to colorectal cancer; Curr Issues Intest Microbiol 2000 Sept; 1(2): 51-8

9= Effect of white versus red meat on endogenous N-nitrosation in the human colon and further evidence of a dose response; J Nutr 2002 Nov; 132(11 Suppl): 3522S-3525S

10= Contribution of dietary protein to sulfide production in the large intestine: an in vitro and a controlled feeding study in humans; Am J Clin Nutr 2000 Dec; 72(6): 1488-94

11= The Associations of Diet with Serum Insulin-like Growth Factor and Ist Main Binding Proteins in 292 Woman Meat-Eaters, Vegetarians, and Vegans; Cancer Epidemiol Biomarkers Prev 2002 Nov; 11(11): 1441-8

Fleischkonsum und Darmpolypen

Eine Studie des Arizonas Cancer Center, sollte den Einfluss vom Fleischkonsum an 869 Versuchsteilnehmern untersuchen, die Fleischzubereitung sowie der Gehalt an heterozyklischen Aminen auf das Auftreten von Polypen hatte. Das Ergebnis der Studie legt nahe, dass das Vorhandensein von mutagenen Substanzen im Fleisch (2-amino-3,8-dimethylimidazo{4,5-f}quinoxaline) der wahrscheinliche Auslöser von Polypenbildung im Darm ist.

Quelle: Carcinogenesis. 2007 Sep; 28(9): 2019-27; Equb 2007 Aug 8.

(Quelle insgesamt)

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Empfohlene Literatur zum Thema:






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